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Tag: Foto des Monats

Gebäck beim PennymarktBeim Pennymarkt hat man sich etwas tolles einfallen lassen, um die Kundinnen und Kunden geistig und körperlich zu fördern, ganz nach dem Motto: Einkaufen ist ein Erlebnis.

Das erste Bild des Monats im neuen Jahr zeigt das Gebäck-Regal in meinem Penny-Markt um die Ecke. Um an frische Semmeln zu gelangen muss man zunächst einmal die erforderliche Körperhöhe mitbringen.  Wie wir auf dem Foto sehen, befinden sich die Laden für das leckere Weissgebäck nämlich sehr hoch oben. Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer müssen hier leider ohne Semmeln weiterrollen. Denn selbst, wenn sie sich so hoch strecken können, um die oberste Regal-Reihe zu erreichen, greifen sie ins Leere.

Das wirklich Kreative an der Penny-Markt Gebäckausgabe ist nämlich die Art und Weise, wie die Kundinnen und Kunden an ihre Semmeln gelangen! Zunächst nehmen wir uns aus dem unteren Regal eine Papiertüte. Dann erfassen wir einen der, am oberen Rand des Regals eingehängten, Greif-Rechen (ich nenne das Konstrukt einfach einmal so), und balancieren die anvisierten Semmeln der Begierde über den Rand des hinteren Plastik-Behälters, und lassen sie vornüber purzeln. Durch die kleine Öffnung an der Vorderseite können wir das Plumps-Gut entnehmen und in unser Papier-Tütchen fallen lassen (doppelplumps).

Irgendwie erinnert mich das an die Beschäftigungs-Ideen die Tierwärter im Zoo anwenden, um ihren Schützlingen bei der Nahrungsaufnahme ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Da werden leckere Fleischstückchen für Löwen an einem Seil baumelnd an unzugänglichen Stellen aufgehängt, damit es nicht so leicht ist, an die Nahrung zu kommen.

Wenn man sich ins Gedächtnis holt, dass Supermärkte in der Regel Video-überwacht werden, erscheint es nur als nächster logischer Schritt die Vertreterinnen und Vertreter der Spezies Mensch bei der Jagt nach Nahrung in ihrer natürlichen Kauf-Umgebung zu beobachten, und den Probandinnen und Probanden künstliche Hürden in den Weg zu legen um zu sehen, wie sie mit der veränderten Situation zurechtkommen. Vielleicht gibt es ja Penny-Markt intern eine Video-Bestenliste, wer sich besonders ungeschickt bei der Semmel-Akquise angestellt hat – Lustigster Semmel-Jäger des Monats!

Ich bezweifle den hygienischen Nutzen dieser Vorgehensweise. Das Spielchen hat lediglich den Effekt, dass die Semmeln beim Fall aufbrechen und daher schneller fest werden.

Liebes Penny-Markt Management, es ist zwar nett gemeint, dass ihr Euren Kundinnen und Kunden auch beim Einkauf ein Erlebnis bieten wollt, dies funktioniert so aber nicht wirklich optimal. Abgesehen davon werden gleich ganze Bevölkerungsgruppen diskriminiert, weil sie das nett gemeinte Spielchen gar nicht mitspielen können. Blinde Personen kommen mit dem System vielleicht noch am Besten zurecht, obwohl sie nicht sehen, wo sie mit dem Schiebe-Rechen die Semmeln durch die Gegend wühlen. Kleinwüchsige Personen, Kinder oder Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer werden völlig ausgeschlossen. Personen mit motorischen Beeinträchtigungen (Seniorinnen und Senioren zu einem großen Teil!) oder Personen mit Lernschwierigkeiten könnten an dem Experiment ebenfalls scheitern oder erhebliche Probleme bekommen, an ihr Wunsch-Gebäck zu gelangen.

Wir sehen hier also wieder einmal einen Vertreter der Kategorie Gut gemeint, aber völlig daneben.

Achtung! Eine aktuelle Verkehrsmeldung (14.9.2011)! Ein LKW der Firma Nothegger Transport Logistik GmbH. hat an der Bushaltestelle Maximilianstraße in Klagenfurt am Wörthersee einen Anhänger verloren!

Ich habe diesen gefunden und möchte nun gerne Finderlohn (meines Wissens 10% des Wertes) beantragen! Es muss sich um ein Versehen handeln, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die Firma Nothegger wirklich ernsthaft Menschen mit Behinderungen diskriminieren würde, indem sie ihnen den barrierefreien Zugang zu den öffentlichen Bussen der Stadtwerke Klagenfurt verweigert.

Das Foto des Monats September zeigt den besagten Anhänger abgestellt vor der besagten Bus-Haltestelle. Der Bus konnte leider nicht in die dafür vorgesehene Bus-Bucht einfahren, weshalb die Fahrgäste (inklusive mir) auf der Straße einsteigen mussten.

Das Lustige dabei: Man hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, den Hänger am Rand der Haltestelle zu platzieren. Die neue, bevorzugte Halte-Position ist direkt vor der Fahrplan-Tafel. Sehr SEHR intelligent, meine Damen und Herren.

Das Foto des Monats August kommt wieder einmal aus der Kategorie wie verbaue ich Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern möglichst kreativ den Weg.

Das Foto zeigt zwei Holzhütten, die neben der STW Haltestelle Universität in Klagenfurt direkt auf den Gehweg gestellt wurden. Hinter den Hütten ist der verbleibende Gehweg nicht mehr breit genug, damit Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer vorbeikommen würden – ausser ihr Rolli wäre geländetauglich.

Leider gibt es auch weit und breit keine abgeflachte Gehsteigkante.

Anzumerken ist allerdings, dass die Hütten mittlerweile wieder entfernt wurden. Es handelte sich vermutlich um Überbleibsel des Rahmenprogramms zum Beach Volley Grand Slam, das am Campus der Uni stattfand.

In diesem Monat präsentieren wir wieder einmal ein Bild das zeigt, wie missverständlich so ein Blindenleitsystem zu verstehen sein kann.

Hier, am Campus der Universität Linz, scheint jemand die hüpschen weissen Linien am Boden für  eine Fahrrad-Markierung zu halten. Das Aufmerksamkeitsfeld markiert genau den Punkt, an dem man das Gefährt abstellen soll.

Auch an anderen Stellen am Campus wird dafür gesorgt, dass blinden Personen immer ein Abwechslungsreiches Programm geboten wird. Da werden extra Grasbüschel nicht gemäht, damit man Spass damit haben kann, wenn man sich mit dem Stock verhängt. Ist ja fad, wenn so ein Leitsystem immer gleich aussieht.

Und auch Handläufe werden überbewertet. Wozu das Leitsystem dort führen, wo man sich auch bei der Stiege festhalten können würde ;-) . Auch balancieren will gelernt sein.

Spass beiseite, auch wenn es hier viele lustige Nebeneffekte gibt, sieht das besagte Leitsystem ganz nett aus.

 

Das Foto des Monats Mai zeigt, wie man Dekorationen, wie in diesem Fall eine Schnur mit Fahnen, nicht in Kooperation mit dem Handgriff einer Treppe verwenden sollte. Hier eine ganz aktuelle Neuigkeit: Handgriffe an Treppen sind in erster Linie dazu gedacht, dass man sich daran festhalten kann! Nebenbei werden sie von blinden Menschen auch als praktisches Leitsystem genutzt. Wenn Hindernisse, wie in diesem Fall eine Schnur, dies verhindern, kann dies zu Verletzungen führen.

Sowohl für Rollifahrerinnen und -fahrer, wie auch für blinde und sehbehinderte Menschen, aber auch für Mütter mit Kinderwagen sind am Gehsteig parkende Autos ein gefährliches Hindernis. Vor allem dann, wenn dieses Hindernis über den Umweg der Straße umfahren bzw. umgangen werden muss.

Das Foto des Monats zeigt eine Kolonne von Autos, die brav hintereinander mit allen vier Reifen auf einem Gehsteig stehen, sodass ein Vorbeikommen unmöglich ist. Das wirklich geniale darin ist jedoch, dass das letzte Auto der Kolonne ein Polizeiauto ist. Zugegebenermaßen, steht dieses nicht mit allen 4 Rädern am Gehsteig, ein Rollstuhlfahrer würde vermutlich knapp vorbeikommen.

Man möchte annehmen, dass Exekutivbeamte in unserem Land beim Anblick dieser Parksituation gleich ihr Scheckheft zucken und kleine Zettelchen mit Zahlungsaufforderungen verteilen würden. Nichtsda, man nutzt die noch freie Fläche selbst, weil dadurch vermutlich der Weg zum Mittagessen in der nahegelegenen Kantine kürzer wird.

Das wirklich lustige / traurige war jedoch erst eine halbe Stunde später zu beobachten. An fast gleicher Stelle stand noch immer ein Polizei Fahrzeug – aber nicht das selbe.

Der besagte Gehsteig scheint ein ganz besonderes Fleckchen Erde zu sein. Nicht nur, dass es von der Polizei regelmäßig als Parkplatz verwendet zu werden scheint, auch Auto-Verkäufer nutzen ihn als Verkaufsfläche. So hat das Leobner Autohaus Laimer anscheinend die geniale Idee gehabt, seine Verkaufszahlen steigern zu wollen, indem man einfach ein anscheinend zum Verkauf stehendes Fahrzeug auf einem Klagenfurter Gehsteig abstellt. Ich weiss ja nicht, ob diese Verkaufstaktik aufgeht. Rollifahrerinnen und -fahrer dürften eher verärgert reagieren.

Bei all dieser Parkfreudigkeit auf Gehwegen stelle ich mir die Frage, was wohl passieren würde, wenn eine blinde Person mit ihrem Blindenstock des Weges käme, und völlig ungeniert ein paar kosmetische Veränderungen an den Fahrzeugen vornehmen würde.

Nein, ich habe nichts gegen Autos, und meist auch nichts gegen ihre Lenkerinnen und Lenker.