What’s up – WhatsApp?

Logo: WhatsApp

Neues Jahr, neue Ideen. Zum Jahreswechsel dachte ich mir, ich probier doch einmal dieses WhatsApp Teil aus, dass momentan anscheinend von aller Welt zum versenden von Kurznachrichten verwendet wird.  Eigentlich bin ich etwas skeptisch, noch einen weiteren Service zum Verschicken von Nachrichten einzusetzen, aber ich bin ja offen für vieles.

Gesagt, getan, installiert. Die Installation ist denkbar einfach. App aus dem jeweiligen Store herunterladen, App Starten, der Anwendung erlauben Dir selbst eine SMS zu schicken, fertig. Im Gegensatz zu anderen Instant  Messaging Diensten braucht man sich hier keinen eigenen Account mit Usernamen und Passwort anzulegen. Die Rufnummer der SIM-Karte die gerade im Gerät steckt wird als ID verwendet. Die App durchforstet daraufhin das Telefonbuch des Gerätes und zeigt eine Liste all jener Personen an, die WhatsApp verwenden. Denkbar einfach. Und hier scheiden sich dann auch bereits die Geister in Hinblick auf die „Sicherheit“ von WhatsApp. Die App kennt die Telefonnummern von allen, die in meinem Telefonbuch stehen, und ich darf darauf vertrauen, dass diese nicht weitergegeben, oder irgendwo abgelegt werden. In Zusammenhang mit der eigentlich nicht vorhandenen Authentifizierung (eine Telefonnummer ohne Passwort scheint ein Bisschen wenig) muss man schon recht viel Vertrauen in das System haben. Ich postuliere hier einmal ganz gewagt, dass aber genau das ein Grund ist, warum WhatsApp von so vielen verwendet wird. Muss ich einen Benutzernamen und ein Kennwort eingeben, ich mich also „Registrieren“ kann dies für viele Personen verunsichernd wirken, da sie hier sozusagen ein Commitment abgeben müssen – sich eben „Registrieren“. WhatsApp suggeriert hier irgendwie den Trugschluss von Anonymität. Man hat sich ja nirgends angemeldet – nicht einmal seinen Namen angegeben. Das Versenden funktioniert im Prinzip wie bei SMS, und auch dort nur an die Personen, deren Telefonnummer man ohnehin im Adressbuch hat.

WhatsApp hat sich aus meiner Sicht nur as dem Grund durchgesetzt, weil das SMS System maßlos veraltet ist. Hier haben die Mobilfunk-Anbieter die Zeit verschlafen. Die Limitierung auf 160 Zeichen und keine Möglichkeit Dateien anzuhängen sind nicht mehr zeitgemäß. Zwar hatte man mit MMS eine Neuauflage versucht, diese wurde aber von den wenigsten Kunden angenommen. Mir selbst war das Versenden von MMS immer zu teuer, und mit den damaligen Handys zu umständlich. Der große Verteil von Diensten wie SMS liegt darin, dass ich nicht extra „online“ gehen muss, um meine Nachrichten abzufragen. Ist mein Handy eingeschalten und mit dem Mobilfunknetz verbunden, bekomme ich die Nachricht sofort. Irgendwie ist das aber ja auch eine Form des „online“ seins. Hätten die Mobilfunkhersteller sich auf einen Standard geeignet, der den Funktionsumfang von WhatsApp bietet, und dabei die Kosten von SMS beibehält, so wäre der Bedarf für WhatsApp eigentlich nicht gegeben.

Der größte Nachteil von WhatsApp im vergleich zu anderen Instant Messaging Systemen besteht aus meiner Sicht in seiner Beschränkung auf mobile Endgeräte. Obwohl ich für die Verwendung eine aktive Internet-Verbindung brauche, ist es mir nicht möglich, auf meine Nachrichten auch von Desktop-Systemen oder dem Web aus zuzugreifen. Skype, Facebook, Google und Co. ist es egal, ob ich meine Nachrichten am Mobiltelefon schreibe, auf meinem iPad lese, oder sie am Desktop PC abfrage. Ich habe schon so manchen Facebook-Chat am Handy begonnen, und ohne Unterbrechung zu hause am PC weitergeführt.

Für mein persönliches Nutzungsprofil bringt WhatsApp eigentlich keinen ersichtlichen Mehrwert; sieht man von der Tatsache ab, dass es vielleicht einzelne Kontakte gibt, die über diesen Service leichter erreichbar wären. Von den meisten Personen in meiner Kontaktliste weiss ich jedoch, dass sie auch über alternative Nachrichten-Systeme erreichbar sind. Dank der einfachen Benutzung sowie der trügerisch fehlenden Verpflichtung zur Authentifizierung wird der Dienst für viele weiterhin sehr attraktiv sein.

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