Zum Kindle nochmal

Nachdem Georg Holzer auf seinem Blog einen netten Artikel zum Thema erweiterte Kindle Nutzung publiziert hat, hier ein paar Überlegungen meinerseits zur Kindle-Nutzung.

Seit ich meinen Kindle habe, lungere ich wieder auf der Couch herum und lese dort. Mit der elektronischen Tinte hat man das Gefühl in einem Buch zu lesen. Größter Vorteil für mich, wenn ich müde bin, und die Augen schwer werden, kann man ganz leicht die Schriftgröße ändern – DAS geht mit einem Buch nicht.

Calibre es übrigens wirklich ein must-have, wenn man sich RSS Feeds abonieren will. So kann ich bequem am Frühstückstisch Blogs und Zeitungen lesen. Das Generieren der Kindle Files dauert jedoch auch auf meinem eigentlich sehr schnellen Desktop-PC seine Zeit. Immerhin müssen ja Abbilder ganzer Blogs erstellt, heruntergeladen, und in ein XML File gepackt werden. Auch wenn das ganze automatisch zu bestimmten Tages-Zeiten konfiguriert werden kann, so muss dafür doch ständig der PC laufen und Calibre gestartet sein. Daher werde ich dies demnächst auf einen Linux-Server auslagern, wo ein Calibre-Prozess läuft und meinen Kindle Account regelmäßig mit frischen Kindle-Files versorgt.

Eine große Schweinerei von Amazon ist jedoch der schlechte Support hinsichtlich Sprachsynthese. Nun gut, der Kindle 3 war offiziell nur auf Englisch erhältlich, hier lass ich mir noch einreden, dass es nur eine Englische Stimme gibt. Obwohl einige findige Leutchen auch hier eine Deutsche stimme (wie auch das Deutsche Nutzer-Interface) nachrüsten konnten. Anleitungen dazu finden sich im Netz.  Ein offizielles Nachrüsten durch Amazon wäre jedoch schon drinn gewesen. Da dieses Feature beim Kindle 4 überhaupt weggelassen zu sein worden scheint, überlege ich mir ernsthaft eine Schlichtung  nach dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz gegen Amazon einzuleiten, da hier eindeutig eine Diskriminierung von Personen mit Sehbehinderung vorliegt.

Der im Artikel angesprochene Rechtsstreit hinsichtlich Sprachsynthese bezog sich übrigens darauf, dass manche AutorInnen und Verlage der Meinung sind, dass die Ausgabe ihrer Werke über eine synthetische Stimme der Publikationsform eines Audiobooks gleichkommt. Hierfür könnten sie dann andere Preise verlangen. Wer sich jedoch schon einmal ein Buch mit Sprachsynthese vorlesen lassen hat weiss, dass dies absoluter Nonsense ist. Die künstliche Sprache versteht die Semantik des Textes nicht, womit jedes „Gefühl“ verloren geht. Verschiedene Tonlagen (z.B. bei verschiedenen Personen) können ebenfalls nicht dargestellt werden.

In Sachen e-Books und Barrierefreiheit wird 2012 sicher noch ein lustiges Jahr werden, da sich die Verlage diesem Thema bewusst oder unbewusst bis heute nicht wirklich angenommen haben. Nach wie vor müssen an den Bibliotheken Printmedien aufwendig re-digitalisiert und aufbereitet werden, damit Personen mit Behinderungen sie rezipieren können. Für mich stellt sich hier die Frage, ob die Bibliotheken diese Kosten nicht eigentlich an die Verlage weitergeben sollten. Immerhin werden Druckwerke heute in der Regel ohnehin digital erzeugt und dank Kindle auch in entsprechender Form publiziert.

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1 Antwort

  1. 2. Januar 2012

    […] welcher sich ausschliesslich mit dem Kindle und den dazugehörigen Medien auseinandersetzt. Der Andreas berichtet ebenfalls über seine persönlichen Kindle Erfahrungen. Ebenso macht das der Dirk, zusätzlich mit […]

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