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Gebäck beim PennymarktBeim Pennymarkt hat man sich etwas tolles einfallen lassen, um die Kundinnen und Kunden geistig und körperlich zu fördern, ganz nach dem Motto: Einkaufen ist ein Erlebnis.

Das erste Bild des Monats im neuen Jahr zeigt das Gebäck-Regal in meinem Penny-Markt um die Ecke. Um an frische Semmeln zu gelangen muss man zunächst einmal die erforderliche Körperhöhe mitbringen.  Wie wir auf dem Foto sehen, befinden sich die Laden für das leckere Weissgebäck nämlich sehr hoch oben. Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer müssen hier leider ohne Semmeln weiterrollen. Denn selbst, wenn sie sich so hoch strecken können, um die oberste Regal-Reihe zu erreichen, greifen sie ins Leere.

Das wirklich Kreative an der Penny-Markt Gebäckausgabe ist nämlich die Art und Weise, wie die Kundinnen und Kunden an ihre Semmeln gelangen! Zunächst nehmen wir uns aus dem unteren Regal eine Papiertüte. Dann erfassen wir einen der, am oberen Rand des Regals eingehängten, Greif-Rechen (ich nenne das Konstrukt einfach einmal so), und balancieren die anvisierten Semmeln der Begierde über den Rand des hinteren Plastik-Behälters, und lassen sie vornüber purzeln. Durch die kleine Öffnung an der Vorderseite können wir das Plumps-Gut entnehmen und in unser Papier-Tütchen fallen lassen (doppelplumps).

Irgendwie erinnert mich das an die Beschäftigungs-Ideen die Tierwärter im Zoo anwenden, um ihren Schützlingen bei der Nahrungsaufnahme ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Da werden leckere Fleischstückchen für Löwen an einem Seil baumelnd an unzugänglichen Stellen aufgehängt, damit es nicht so leicht ist, an die Nahrung zu kommen.

Wenn man sich ins Gedächtnis holt, dass Supermärkte in der Regel Video-überwacht werden, erscheint es nur als nächster logischer Schritt die Vertreterinnen und Vertreter der Spezies Mensch bei der Jagt nach Nahrung in ihrer natürlichen Kauf-Umgebung zu beobachten, und den Probandinnen und Probanden künstliche Hürden in den Weg zu legen um zu sehen, wie sie mit der veränderten Situation zurechtkommen. Vielleicht gibt es ja Penny-Markt intern eine Video-Bestenliste, wer sich besonders ungeschickt bei der Semmel-Akquise angestellt hat – Lustigster Semmel-Jäger des Monats!

Ich bezweifle den hygienischen Nutzen dieser Vorgehensweise. Das Spielchen hat lediglich den Effekt, dass die Semmeln beim Fall aufbrechen und daher schneller fest werden.

Liebes Penny-Markt Management, es ist zwar nett gemeint, dass ihr Euren Kundinnen und Kunden auch beim Einkauf ein Erlebnis bieten wollt, dies funktioniert so aber nicht wirklich optimal. Abgesehen davon werden gleich ganze Bevölkerungsgruppen diskriminiert, weil sie das nett gemeinte Spielchen gar nicht mitspielen können. Blinde Personen kommen mit dem System vielleicht noch am Besten zurecht, obwohl sie nicht sehen, wo sie mit dem Schiebe-Rechen die Semmeln durch die Gegend wühlen. Kleinwüchsige Personen, Kinder oder Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer werden völlig ausgeschlossen. Personen mit motorischen Beeinträchtigungen (Seniorinnen und Senioren zu einem großen Teil!) oder Personen mit Lernschwierigkeiten könnten an dem Experiment ebenfalls scheitern oder erhebliche Probleme bekommen, an ihr Wunsch-Gebäck zu gelangen.

Wir sehen hier also wieder einmal einen Vertreter der Kategorie Gut gemeint, aber völlig daneben.

Nachdem Georg Holzer auf seinem Blog einen netten Artikel zum Thema erweiterte Kindle Nutzung publiziert hat, hier ein paar Überlegungen meinerseits zur Kindle-Nutzung.

Seit ich meinen Kindle habe, lungere ich wieder auf der Couch herum und lese dort. Mit der elektronischen Tinte hat man das Gefühl in einem Buch zu lesen. Größter Vorteil für mich, wenn ich müde bin, und die Augen schwer werden, kann man ganz leicht die Schriftgröße ändern – DAS geht mit einem Buch nicht.

Calibre es übrigens wirklich ein must-have, wenn man sich RSS Feeds abonieren will. So kann ich bequem am Frühstückstisch Blogs und Zeitungen lesen. Das Generieren der Kindle Files dauert jedoch auch auf meinem eigentlich sehr schnellen Desktop-PC seine Zeit. Immerhin müssen ja Abbilder ganzer Blogs erstellt, heruntergeladen, und in ein XML File gepackt werden. Auch wenn das ganze automatisch zu bestimmten Tages-Zeiten konfiguriert werden kann, so muss dafür doch ständig der PC laufen und Calibre gestartet sein. Daher werde ich dies demnächst auf einen Linux-Server auslagern, wo ein Calibre-Prozess läuft und meinen Kindle Account regelmäßig mit frischen Kindle-Files versorgt.

Eine große Schweinerei von Amazon ist jedoch der schlechte Support hinsichtlich Sprachsynthese. Nun gut, der Kindle 3 war offiziell nur auf Englisch erhältlich, hier lass ich mir noch einreden, dass es nur eine Englische Stimme gibt. Obwohl einige findige Leutchen auch hier eine Deutsche stimme (wie auch das Deutsche Nutzer-Interface) nachrüsten konnten. Anleitungen dazu finden sich im Netz.  Ein offizielles Nachrüsten durch Amazon wäre jedoch schon drinn gewesen. Da dieses Feature beim Kindle 4 überhaupt weggelassen zu sein worden scheint, überlege ich mir ernsthaft eine Schlichtung  nach dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz gegen Amazon einzuleiten, da hier eindeutig eine Diskriminierung von Personen mit Sehbehinderung vorliegt.

Der im Artikel angesprochene Rechtsstreit hinsichtlich Sprachsynthese bezog sich übrigens darauf, dass manche AutorInnen und Verlage der Meinung sind, dass die Ausgabe ihrer Werke über eine synthetische Stimme der Publikationsform eines Audiobooks gleichkommt. Hierfür könnten sie dann andere Preise verlangen. Wer sich jedoch schon einmal ein Buch mit Sprachsynthese vorlesen lassen hat weiss, dass dies absoluter Nonsense ist. Die künstliche Sprache versteht die Semantik des Textes nicht, womit jedes “Gefühl” verloren geht. Verschiedene Tonlagen (z.B. bei verschiedenen Personen) können ebenfalls nicht dargestellt werden.

In Sachen e-Books und Barrierefreiheit wird 2012 sicher noch ein lustiges Jahr werden, da sich die Verlage diesem Thema bewusst oder unbewusst bis heute nicht wirklich angenommen haben. Nach wie vor müssen an den Bibliotheken Printmedien aufwendig re-digitalisiert und aufbereitet werden, damit Personen mit Behinderungen sie rezipieren können. Für mich stellt sich hier die Frage, ob die Bibliotheken diese Kosten nicht eigentlich an die Verlage weitergeben sollten. Immerhin werden Druckwerke heute in der Regel ohnehin digital erzeugt und dank Kindle auch in entsprechender Form publiziert.

ZoomTextLaut aisquared’s eigenem Blog steht die Veröffentlichung von ZoomText 10 nun kurz bevor. Einzelne Features der neuen Version werden Tröpfchenweise an die LeserInnenschaft abgegeben.

Darunter finden sich z.B. ein Background Reader, mit dem Dokumente und Webseiten vorgelesen werden können, auch wenn diese nicht im aktuellen Fenster zu sehen sind. Naja, nicht wirklich eine Bahnbrechende neuerung, da ich für so etwas bereits seit langem andere Programme verwende. Auch die Funktion angeschlossene Web-Cams als eine Art Bildschirmlesegerät zu verwenden haut mich nicht wirklich vom Hocker. Dann gibt es da noch den ZoomText Recorder. Damit können Texte als Audio Datei gespeichert, und an mobile Geräte zum späteren anhören übermittelt werden.

Liebe Leute bei aisquared, diese Funktionen werden bei mir schon seit langem von anderen Programmen übernommen. Um mich davon zu überzeugen nochmals in ein aisquared Produkt zu investieren muss schon weitaus mehr geboten werden. Es ist z.B. eine Zumutung dass ZoomText 9 seit über einem Jahr nicht mehr auf den aktuellsten Stand gebracht wird. Die Software ist unbenutzbar mit aktuellen Versionen von Webbrowsern, Dokumentreadern etc. Immer öfter spreche ich mit Kolleginnen und Kollegen die mir sagen, dass sie von aisquared mehr als nur entteuscht sind, und sich um Alternativen umsehen.

Seit langem verwende ich bereits TextAloud um viele der nun als “neu” angekündigten Features von ZoomText 10 abzudecken. Schauen wir einmal, welche neuen Features es sonst noch so geben wird.

Lenovo Thinkpad Tablet

Vor ca 2 Monaten brachte Lenovo sein erstes Android Tablet mit dem innovativen Namen Thinkpad Tablet heraus. Während die Hardware-Spezifikationen denen anderer aktueller Android Tablets gleichen (Nvidia Tegra2 Chipsatz, 1GHz Dualcore CPU etc.) bietet dieses Tab auch einen aktiven Digitizer zur Stifteingabe und ein optionales Tastatur-Folio.

Als langjähriger zufriedener Thinkpad X Tablet User war ich natürlich sehr erfreut über diese Nachricht. Endlich ein leichtes Tablet, mit dem ich, wie bisher gewohnt, in Sitzungen per Stift mitschreiben kann.

Nun habe ich mein Tablet seit einigen Wochen. und blicke mit gemischten Gefühlen darauf.

20 Stunden Ladezeit sind “normal”.

Eigentlich ist die Möglichkeit, das Gerät über MicroUSB laden zu können eine feine Sache. Von Smartphones erwarten wir uns das mittlerweile (auch dank EU Richtlinie), bei Tablets werden nach wie vor oft eigene Stromstecker verbaut. Wie sich hier nun zeigt mit Grund, da USB leider nicht genug Energie liefert, um das Gerät gleichzeitig zu laden und zu nutzen. Zumindest bei diesem Gerät nicht, kann auch sein, dass Lenovo hier gepfuscht hat. Dieser Umstand muss Lenovo jedoch bekannt gewesen sein. Jedes Produkt wird vor der Auslieferung doch getestet (möchte man meinen). Der aus meiner Sicht einzige Weg zur Behebung dieses Problems wäre, dass Lenovo allen KäuferInnen einen Adapter zum Laden über den Dock-Port nachliefert, der das Gerät in angemessener Zeit lädt. Mit der, für ca. 60€ zuätzlich zu kaufenden Docking-Station funktioniert das laden nämlich prima. Hier kommt der Strom eben nicht über den MicroUSB Port, sondern den Lenovo eigenen Dock-Port, über den das Gerät angesteckt wird. Die Aussage des Lenovo Support gegenüber eines Thinkpad Tablet Slate Forum Users war jedoch: 20 Stunden Ladezeit seien bei diesem Gerät “normal”. Wird das Gerät nicht genutzt, reduziert sich die Ladezeit auf “nur” ca. 4-5 Stunden.

Hardware OK, Software ist BETA.

Auf Hardware-Seite gibt es wenig zu bekritteln. Das Tablet ist zwar ein wenig dicker und schwerer als seine Mitbewerber aber sehr schön verarbeitet. MicroUSB Stecker und Power Knopf sollte man jedoch etwas vorsichtig behandeln, da in den Support-Foren einige Fälle dokumentiert sind, bei denen diese lose wurden. Nachdem auch mein N900 sich damals seines microUSB Steckers entledigt hatte, bin ich hier jedoch übervorsichtig.

Beim derzeitigen Software-Stand kann das Gerät niemanden empfohlen werden, der / die nicht EntwicklerIn ist, mit Bugs leben kann und sich bei Problemen zu helfen weis. Als business Gerät, wie in der Werbung gepriesen, ist das Gerät sicher nicht geeignet.

Anfänglich betrug die Boot-Zeit bis zu 5 Minuten. Die, im Vergleich zu anderen Tablets mit ähnlicher Ausstattung sehr langsame Reaktionszeit wäre ja noch zu ertragen, wenn es nicht immer zu Software-Abstürzen kommen würde. Egal ob Browser, Market oder Google Maps – mitten in der Arbeit steht ein Hinweis, dass es “uns” leid tut, aber das aktuelle Programm abgesemmelt ist. Bei meinem Galaxy S2 gibt es derartige Vorkommnisse nicht.

Nach dem letzten Update hatte sich Lenovo auch schon ins nächste Fettnäpfchen gesetzt. Das lang ersehnte Firmware-Update wurde vor eineinhalb Wochen zunächst in den USA ausgerollt. Leider mit dem Erfolg, dass einige Geräte nach dem Update nicht mehr funktionsfähig waren. Wie sich herausstellte wurde bei diesem Update auch die Akku Firmware erneuert. Hatte man während des Updates das Gerät nicht mit der Ooriginal USB Kabel angesteckt, hatte es nach dem Update nicht mehr genug Saft um zu starten, und das Gerät hatte blöderweise den Akku “vergessen”. Das sind Fehler, die einfach nicht passieren dürfen. Lenovo zog das Update dann vorübergehend auch aus dem Verkehr, bot kurz darauf jedoch eine abgespeckte Version an, die Reibungslos installiert werden konnte. Seit diesem Update ist die Boot-Zeit von vormals 5 Minuten auf 30 Sekunden gesunken. Die allgemeine Performance konnte ebenfalls um einiges gesteigert werden.

Vor dem Kauf wurde mir seitens eines ubook Vertreters versichert, dass es für das Thinkpad Tablet auf jeden Fall ein Update auf Android 4.0 geben wird. Bis heute hat sich Lenovo – im Gegensatz zu anderen Herstellern – hierzu nicht geäußert. Die Firmen-Richtlinien sind sogar derart, dass auf Diskussionen die im Lenovo-Eigenen User Forum defakto überhaupt nicht geantwortet wird. Lenovo argumentiert, dies sei ein User helfen User Forum. Ein ähnliches Vorgehen konnte ich seinerzeit bei Nokia in Zusammenhang mit dem N900 beobachten. Man hatte eine, sehr aktive, EntwicklerInnen-Gemeinde, die gewillt war mit dem Unternehmen an Projekten zu arbeiten, Beta-Versionen zu testen etc. Dies wurde jedoch in keiner Weise genutzt. Updates oder ein Release-Plan wurden nicht vorher bekannt gegeben, und die User im Dunkeln gelassen. Das N900 ist bekannter Weise kurz darauf “gestorben”.

Lenovo hat mit seiner Vorgehensweise einige seiner treuen Kunden sehr unmutig gestimmt. Viele werden sich zukünftig überlegen, Thinkpad Geräte zu kaufen. Dummerweise sind gerade IT EntscheidungsträgerInnen in diesem Forum zu finden, die in ihren Unternehmen für den Ankauf ganzer Geräte-Flotten verantwortlich sind.

Handballen-Erkennung mangelhaft

Wer, wie ich schon seit vielen Jahren, ein Thinkpad X Tablet sein eigen nennt weiß, wie toll der Vacom Stift dieser Geräte funktioniert. Sobald der Stift in die Nähe des Bildschirms kommt, wird die Touch-Funktion deaktiviert, und nur der Stift ist für die Eingabe zuständig. Man möchte meinen, dass Lenovo diese langjährige Erfahrung auch auf seine Android-Tablets übernimmt. Falsch gedacht. Angeblich sollte das Gerät ebenfalls über eine Handballen-Erkennung verfügen, diese Funktioniert jedoch nur in bestimmten Apps, und auch dort nur bedingt. Ich hoffe jedoch, dass auch dieses Problem Softwaremäßig gelöst werden können wird.

Das Tastatur-Folio

Thinkpad Tablet Folie ausgebreitet hingelegt.Nach nur 6-wöchiger Wartezeit ist nun auch das Tastatur-Folio eingetroffen. Im Gegensatz zum Tastatur-Dock des ASUS Transformer, dass mit eigenem Akku und zusätzlichen Anschlüssen daherkommt, ist das Lenovo-Folio eine wacklige Geschichte. Von aussen sieht es wie eine Leder-Aktenmappe aus. Klappt man es auf, kann auf der einen Seite das Tablet über den USB Port angesteckt werden. Hier haben Lenovo Produkt-Designer wirklich mitgedacht, denn der für das Tablet als Verkaufsschlager angepriesene echte USB Port ist damit verbaut. Man hätte ja auch in das Folie einen Hub einbauen können, und auf der Seite einen USB-Port anbringen, aber daran scheint man nicht gedacht zu haben, wäre ja eine Innovation sowas.

Thinkpad Tablet Folie aufgestelltEinmal aufgestellt lässt sich mit dem Folie ober wirklich gut tippen. Hier kann man sich auf eine Thinkpad Tastatur freuen, wenn auch nicht ganz gleich der Qualität richtiger Thinkpad Tastaturen, so ist sie doch qualitativ in Ordnung. Der optische Trackpoint ist jedoch keine gelungene Innovation. Ja er funktioniert, und schön, man hat damit in das kleine Dock einen Mouse-Ersatz eingebaut, aber wie. Man stelle sich ein 2cm Touchpad vor – voilla. Nichts anderes ist dieser nämlich. Argumentiert wird diese Entscheidung Seitens Lenovo wegen des geringen Platzes. Ein echter Trackpoint wäre nämlich anscheinend zu hoch geworden. Meine meinung – nonsence. ICH WILL MEINEN ECHTEN TRACKPOINT! Beim Arbeiten resultiert das nun darin, dass ich den optischen Trackpoint so gut wie nie verwende, sondern lieber auf den Screen tippe. Nun gut, steckt man eben eine Maus dazu… Auchja, der USB-Port ist ja verbaut – *nirg*. Ich werde es einmal mit einer Bluetoth Maus versuchen. Akku-Mäßig fällt das Dock dank USB Anbindung nicht wirklich ins Gewicht.

Thinkpad Tablet Folie kann nicht in der Hand gehalten werdenAuf einer Fläche wie dem Schreibtisch, einem Küchentisch oder ein kleines Tischchen im Zug steht das Folio wunderbar. Die Magnethalterung sorgt für guten Halt des Tablets an der Tastatur. Nur wehe dem, der das Folie mit eingestecktem Tablet in eine Hand nehmen, und durch die Gegend wandern möchte, oder sich gar irgendwo in die Ecke setzen will und keine fixe Unterlage zur Verfügung steht. Hier war nämlich ebenfalls ein kreativer Lenovo-Designer am Werk. Der hintere Teil der Unterseite ist nämlich keine stabile Fläche, und biegt sich nach unten, wenn sie auf keinem festen Untergrund steht. Ist man unachtsam, kann es passieren, dass die Magneten der Tablet-Halterung nachgeben, und das Tablet Kopfüber nach unten hängt. Es sollte zwar nicht aus der Verankerung fallen, aber wenn es blöd kommt, könnte auch das passieren. Zwar sollte das Thinkpad Tablet einen Sturz aushalten – es gibt dazu ein nettes Stresstest-Video, doch ausprobieren möchte ich dies lieber nicht.

Fazit

Trotz all der Mängel möchte ich mein Tablet momentan nicht gegen ein anderes Gerät tauschen, da es prinzipiell all meine Anforderungen erfüllt. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten sind die meisten zur Zeit aufscheinenden Probleme Software-Technischer Natur. Ich hoffe, Lenovo wird hier noch gründlich nachbessern. Mit dem ersten Update, dass ich erleben durfte, wurden schon die lange Boot-Zeit, Performance und einige andere Kleinigkeiten massiv verbessert. Ich habe mir jedoch von Anfang an keine Illusionen gemacht, dass es meinen Thinkpad-Convertable auf Reisen vollständig ersetzen wird. Massiv entteuscht bin ich von Lenovo dahingehend, dass man ein halb-fertiges Gerät als BUSINESS Maschine auf den Markt geworfen hat, beim Design anscheinend alles über Board geworfen hat, was man von IBM mitbekommen hat, und die Kunden großteils nun im Regen stehen lässt. Würde das bald erscheinend ASUS Transformer Prime einen aktiven Digitizer sein eigen nennen, würde ich keine 10 Minuten nachdenken, wo meine nächste Investition landen wird. Nachdem Android 4.0 nun auch eine Unterstützung für Stifteingabe enthält, bin ich guter Hoffnung, dass uns im Laufe des nächsten Jahres noch einige derartige Geräte angeboten werden.

Logo: Mach mitIch bin gerade über die Android App Mach mit gestolpert. Mit dieser können, über die sogenannte Bürgerplattform, Schäden im öffentlichen Bereich an die jeweils zuständigen Behörden übermittelt werden.

Dieser Weg würde sich doch auch prima dafür eignen, Barrieren die für Menschen mit Behinderungen aufgestellt wurden zu melden.

Einfach mit dem Handy Foto schiessen, entsprechend mit Kommentar versehen, und abschicken. Ist doch mal eine nette Idee.

Achja: Die App gibt es auch für iPhone und Windows Phone 7.

Gutes altes N900Endlich bin ich nun in der Android-Welt angekommen. Vor kurzem ist mein Galaxy S2 ins Haus geflattert. Obwohl ich mir auch kurz den Umstieg auf iPhone überlegt hatte, bin ich doch wieder im Open Source Lager abgestiegen.

Nach der entteuschenden Nummer, die sich Nokia mit all jenen geleistet hat, die sich vor zwei Jahren das brandneue Super-Phone N900 gekauft hatten, ist die Vielzahl an unterstützten Anwendungen unter Android eine Wohltat. Damit man mich nicht falsch versteht, das N900 ist ein tolles Stück Hardware, nur leider wurde Maemo nicht mehr weiterentwickelt, und nach anfänglicher Euphorie haben dann auch die meisten Entwickler dem OS den Rücken zugewandt.

Zwei Jahre sind auch eine halbe Ewigkeit in der IT und Telekom Welt von heute. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es aus meiner Sicht fast nichts gibt, was das Galaxy S2 nicht zumindest eine Spur besser hinbekommt als das N900.

Galaxy S2 fotografiert mit N900Fotos werden gestochen scharf, das Installieren und Starten von Apps geht so schnell, dass man oft keine Verzögerung merkt, Soziale Netze sind gut integriert, und auch sonst es das Arbeiten das reinste Vergnügen. Achja, und telefonieren kann man natürlich auch. Einziges Manko: Die Hardware-Tastatur des N900 werde ich vermissen, dafür ist das Galaxy aber wunderbar flach, und an die Software-Tastatur habe ich mich schnell gewöhnt.

Vor diesem Hintergrund wird es hier künftig in erster Linie Meldungen zu Android geben.

R.I.P. N900, es war eine schöne Zeit.

Achtung! Eine aktuelle Verkehrsmeldung (14.9.2011)! Ein LKW der Firma Nothegger Transport Logistik GmbH. hat an der Bushaltestelle Maximilianstraße in Klagenfurt am Wörthersee einen Anhänger verloren!

Ich habe diesen gefunden und möchte nun gerne Finderlohn (meines Wissens 10% des Wertes) beantragen! Es muss sich um ein Versehen handeln, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die Firma Nothegger wirklich ernsthaft Menschen mit Behinderungen diskriminieren würde, indem sie ihnen den barrierefreien Zugang zu den öffentlichen Bussen der Stadtwerke Klagenfurt verweigert.

Das Foto des Monats September zeigt den besagten Anhänger abgestellt vor der besagten Bus-Haltestelle. Der Bus konnte leider nicht in die dafür vorgesehene Bus-Bucht einfahren, weshalb die Fahrgäste (inklusive mir) auf der Straße einsteigen mussten.

Das Lustige dabei: Man hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, den Hänger am Rand der Haltestelle zu platzieren. Die neue, bevorzugte Halte-Position ist direkt vor der Fahrplan-Tafel. Sehr SEHR intelligent, meine Damen und Herren.

Das Foto des Monats August kommt wieder einmal aus der Kategorie wie verbaue ich Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern möglichst kreativ den Weg.

Das Foto zeigt zwei Holzhütten, die neben der STW Haltestelle Universität in Klagenfurt direkt auf den Gehweg gestellt wurden. Hinter den Hütten ist der verbleibende Gehweg nicht mehr breit genug, damit Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer vorbeikommen würden – ausser ihr Rolli wäre geländetauglich.

Leider gibt es auch weit und breit keine abgeflachte Gehsteigkante.

Anzumerken ist allerdings, dass die Hütten mittlerweile wieder entfernt wurden. Es handelte sich vermutlich um Überbleibsel des Rahmenprogramms zum Beach Volley Grand Slam, das am Campus der Uni stattfand.

Screenshot: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage von MarketMindHeute flatterte mir ein nettes Mail der Firma Marketmind in die Mailbox, die im Auftrag von A1/Bob eine Umfrage zur Tarifgestaltung durchfürt. Neugierig geworden, klickte ich auf den Link zum Umfrage-Formular.

Ok, optisch sah das Formular ja ganz nett aus, nur würde es auch barrierefrei sein? Schon ein einfacher Durchlauf mit Total Validator ergab mehrere automatisch gefundene WCAG 2.0 A Probleme auf der ersten Seite des Formulars. Liebe Web-Entwicklerinnen und -entwickler, fünf Jahre nach einführung des BGstG darf man erwarten, dass zumindest jene Erfolgskriterien, die automtisch geprüft werden können, erfüllt werden.

Gleich zu Beginn wird man, wie in derartigen Umfragen üblich, nach diversen demografischen Daten wie Alter, Geschlecht, Wohnort etc. gefragt. In einem anonymen Fragebogen nichts ungewöhnliches, nur ist dieser hier wirklich anonym? Ich erhielt die Aufforderung zum Mitmachen per e-mail, persönlich mit Namen an mich addressiert. MarketMind erhielt diese Daten, laut eigenen Angaben, von A1 aus deren Kundendaten. Nun konnte ich das besagte Umfrageformular nur mit einer eideutigen ID aufrufen. Mir ist dabei schon bewusst, dass man hier sicherstellen möchte, dass die Umfrage nur von eingeladenen Personen, und hier immer nur einmal, ausgefüllt wird. Der angewendete Mechanismus erlaubt jedoch – zumindest theoretisch – die vorhandenen Kundendaten mit den in der Umfrage eingegebenen Informationen zu verknüpfen. Und tataaa – nichts mehr ist anonym.

Das lustigste kommt jedoch noch. Nach Eingabe der Daten zu meiner Person kam die Frage: “Benutzen Sie ihr Handy eher beruflich oder privat?”. Diese Aussage konnte ich so absolut nur schwer beantworten, ich entschloss mich dann doch dazu, mein Handy eher geschäftlich zu nutzen. Auf der nächsten Seite wurde ich dann mit der Meldung konfrontiert, dass ich aufgrund meiner letzten Antwort leider nicht in die Zielgruppe passe, es aber dennoch sehr nett gewesen sei, dass ich das Formular bis hier ausgefüllt hätte.

Ist das nicht lustig? Ich habe gerade vollkommen “gratis” und auch noch “umsonst” für ein Marktforschungsunternehmen gearbeitet, mich dabei diskriminieren lassen, und sogar noch persönliche Daten preis gegeben.

Die frage ist hier nur, ist der Markt oder ich out of mind?

Weblinks:

In diesem Monat präsentieren wir wieder einmal ein Bild das zeigt, wie missverständlich so ein Blindenleitsystem zu verstehen sein kann.

Hier, am Campus der Universität Linz, scheint jemand die hüpschen weissen Linien am Boden für  eine Fahrrad-Markierung zu halten. Das Aufmerksamkeitsfeld markiert genau den Punkt, an dem man das Gefährt abstellen soll.

Auch an anderen Stellen am Campus wird dafür gesorgt, dass blinden Personen immer ein Abwechslungsreiches Programm geboten wird. Da werden extra Grasbüschel nicht gemäht, damit man Spass damit haben kann, wenn man sich mit dem Stock verhängt. Ist ja fad, wenn so ein Leitsystem immer gleich aussieht.

Und auch Handläufe werden überbewertet. Wozu das Leitsystem dort führen, wo man sich auch bei der Stiege festhalten können würde ;-) . Auch balancieren will gelernt sein.

Spass beiseite, auch wenn es hier viele lustige Nebeneffekte gibt, sieht das besagte Leitsystem ganz nett aus.