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Archiv

Kategorie: Barrierefrei

Das Motiv des aktellen Fotos des Monats ist zur Abwechslung einmal ein – zumindest teilweise – positives Beispiel für Barrierefreiheit, oder zumindest verbesserte Zugänglichkeit. Das Bild zeigt einen Info-Kiosk der im Klagenfurter Rathaus aufgestellt wurde. Das besondere daran ist die Möglichkeit den Monitor über einen Schwenkarm per Knopfdruck auf eine, für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer gebrauchstauglichere, Höhe zu fahren, um den Touchscreen vernünftig bedienen zu können.

Hier auch gleich ein zweites Foto, dass den Mechanismus von der Seite zeigt.

Für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer ist dies eine tolle Sache, nur leider spricht der Kiosk nicht und ist für blinde und sehbehinderte Personen daher nur schwer oder gar nicht nutzbar. Auch ist ein Touchscreen für diese Personengruppe kein optimales Eingabegerät. Der Info-Kiosk im Klagenfurter Rathaus verdeutlicht den Willen Barrieren vermeiden zu wollen und ist somit als positives Zeichen zu werten dass sich Klagenfurt auf den richtigen Weg befindet. Schade nur, dass die Hersteller solcher Kioske nur teilweise an Barrierefreiheit denken.

Was sind wohl behinderte Paletten? Wenn wir uns das Foto des Monats November ansehen, so bemerken wir eine Ansammlung von merkwürdigen Lebewesen, sogenannten Paletten, die sich im Rudel auf den vier Behindertenparkplätzen im Innenhof der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt geparkt haben. Ob diese wohl zum Kreis der InhaberInnen eines Ausweises nach $29b der StVO gehören oder zumindest einen Behindertenausweis mit der Eintragung Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel besitzen? Wenn nicht, so müsste – entsprechend der Parkordnung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt – jeder einzelnen Palette ein Strafzettel in der Höhe von 40€ ausgestellt werden.

Spaß bei Seite. Das Foto zeigt eine Ansammlung von Baumaterial-Paletten, die auf den besagten Behindertenplätzen abgestellt wurden, und diese für Menschen mit Behinderung unbenutzbar machen.

Der Kärntner Blinden- und Sehbehindertenverband lud am 15. Oktober in Villach zum Tag des weißen Stockes. Im Einkaufszentrum Atrio präsentierten sich verschiedene Organisationen mit ihren Angeboten.

Neben dem Bundessozialamt sowie der Behindertenanwaltschaft Kärnten und Hilfsmittel-Lieferanten wie Baum und Transdanubia war auch die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt vertreten.

Das tolle Ambiente des Atrio bot neben dem direkten Kontakt zur Öffentlichkeit eine gute Gelegenheit zur Vernetzung und zum Informationsaustausch zwischen Interessenvertretungen, Behörden und Dienstleistern.

Am Stand der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt berieten Mark Wassermann (Servicestelle Integriert Studieren) und Andreas Jeitler (Bibliothek) über die Möglichkeiten des Studiums trotz Behinderung oder chronischer Erkrankung. Insbesondere blinde und sehbehinderte Studierende finden am Bliden- und Sehbehindertenarbeitsplatz der Bibliothek Unterstützung bei ihren Recherchen und der Digitalisierung von Literatur.

Das Projekt ABAk, Arbeitsvermittlung für AkademikerInnen mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung, des Vereins Uniability hilft Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung nach dem Abschluss einen Job zu finden.

Im Stadthaus Klagenfurt scheint man eine eigenwillige Vorstellung davon zu haben, wie Behinderten-WCs zu beschriften sind.
Das Foto zeigt die Tür zu einem Behinderten-WC an der ein handgeschriebenes Post-It mit der Beschriftung Behinderten-WC angebracht wurde.

Screenshot der Website zur Aktion Rettete das PflegegeldUnter der Adresse http://www.pflegegeld-retten.at ruft die ÖAR zu einer Protestaktion zur Rettung des Pflegegeldes in Österreich auf.

Seit Jahren wird von den Behinderten-Organisationen in Österreich gefordert, das Pflegegeld jährlich der Inflation anzupassen, um der Wertminderung entgegenzuwirken. Nun sieht es jedoch eher danach aus, dass gravierende Einschnitte beim Pflegegeld geplant sind.

Herr Sozialminister! Sind sie noch bei Sinnen? Ist ja wieder typisch, dass bei den Ärmsten der Gesellschaft der Rot-Stift angesetzt wird. Im Anbetracht der Milliarden, die von unserer tollen Politik den armen Banken in den Rachen gestopft wurden, kann diese Vorgangsweise nur als Hohn gegenüber jenen Personen verstanden werden, die sich in Österreich eine Behinderung “leisten” müssen.

Immer wieder stehen für wahnwitzige Projekte Millionen oder Milliarden Euro zur Verfügung. Sobald es jedoch um das Thema Menschen mit Behinderung geht, führen sich unsere politischen Vertreterinnen und Vertreter wie die Sparmeister auf. Dann sind auf einmal keinerlei finanzielle Mittel mehr vorhanden. Ratlosigkeit, wie man diese bemitleidenswerte Situation bewältigen könnte macht sich breit, und man kann den Intelligenzquotienten der Verantwortlichen im Zeitraffer purzeln sehen. Aber wehe, es geht um ein prestigeprächtiges Projekt – dann sind keine Kosten zu hoch, und keine Ausrede zu schwer.

Wird ein neues Gebäude gebaut, oder ein altes saniert, ist der neue Marmorboden von zentraler Bedeutung, die Installation von Behinderten-WCs, Rampen oder gar Induktionsanlagen unvorstellbar unfinanzierbar!

Auch ich bin der Meinung “Es reicht!”.

Österreich hat im internationalen Vergleich in Sachen der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung einen dermaßen großen Aufholbedarf, dass die Diskussion um eine Einschränkung des Pflegegeldes regelrecht lächerlich erscheint.

Liebe politische Vertreterinnen und Vertreter, machen Sie sich doch erst einmal ernsthafte Gedanken darüber, wie Sie die Versprechen einlösen wollen, die Sie mit der Ratifizierung der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen eingegangen sind, und nehmen Sie Abstand davon, die Situation von Menschen mit Behinderungen noch mehr zu verschlechtern.

Weblinks:

Kürzlich bei einer Apotheke im Norden von Klagenfurt gesehen. Ein Apotheken-Drive-In.  Per Auto oder Rolli kann man sich hier Medikamente wie bei McDonald’s abholen. “Willkommen bei McApo! Was hätten sie gerne?” – “Einen McAspro und einen NeoAngin Deluxe zum Mitnehmen bitte.” – “Vielleicht noch eine Apfeltasche…”

Nein im Ernst, tolle Idee. Die praktische Umsetzung konnte noch nicht getestet werden.

Nachdem mir immer wieder kreative Motive vor die Linse kommen, wird es zumindest einmal im Monat zukünftig in diesem Blog ein Foto des Monats geben.

Das Erste Foto des Monats zeigt ein Fallbeispiel für moderne Rampenbautechnik an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Das Foto zeigt eine längere Stiege im Innenhof der Uni Klagenfurt. Auf die Stiege wurden Holzbretter gelegt, um eine einfache Rampe zu erzeugen, auf der Bauschutt mit Scheibtruhen transportiert werden kann. Wüsste man nicht, dass diese für den Ab- und Antransport der Baumaterialien für den Umbau der WC-Anlagen verwendet werden, würde man annehmen, dass an der Uni Klagenfurt sehr kreative Lösungen hinsichtlich der Zugägnlichkeit für RollstuhlfahrerInnen verfolgt werden.