Retina Display für Personen mit Sehbehinderung sehr praktisch

Foto: MacBook ProSeit etwas mehr als einem Monat habe ich nun ein MacBook Pro mit Retina Display. Eigentlich hätte es ja nur ein MacBook Air werden sollen, da viel leichter und von der Performance her vermutlich ausreichend. Leider bietet Apple diese derzeit aber nur mit Standard-Display, also keine „Retina“-Auflösung an. Nun könnte man hinterfragen, warum jemand wie ich, der eigentlich schlecht sieht, so einen hochauflösenden Display benötigt. Diese Frage wäre vermutlich teilweise berechtigt, würde ich den Display immer nur mit „normaler Vergrößerung“ nutzen. Für Personen mit Sehbehinderung wird der Retina Display erst dann richtig interessant, wenn sie den, in OS X eingebauten, Zoom verwenden.

Foto: Bildschirmausschnitt mit hoher Vergrößerung

Vergrößerter Bildschirmausschnitt am MacBook Pro mit Retina Display.

Auf jedem Mac lässt sich diese Funktion aktivieren, indem man die CTRL Taste drückt und entweder mit zwei Fingern am Tochpad (oder mit einem Finger auf der MagicMouse) nach oben fährt. Das könnte man als Accessibility out of the Box bezeichnen. Durch CTRL und Swipe nach unten zoomt man wieder hinaus. Der Nachteil dieser Zooming-Metzode besteht darin, dass das Bild bei sehr hoher Vergrößerungsstufe pixelig wird, oder verschwommen, wenn das Betriebssystem versucht die Verpixelung auszugleichen. Und genau hier zeigt die Retina-Auflösung ihre Stärke. Selbst bei sehr hoher Vergrößerung wirkt das Bild nur geringfügig pixelig. Es stehen im selben Raum einfach viel mehr Pixel zur Verfügung (mehr dpi). Selbst wenn man auf ein Viertel des Displays vergrößert, erreicht man die dpi eines Standard-Bildschirms.

Screenshot: Windows 8 Lupe

Bildschirmlupe unter Windows 8

Die Vollbild-Bildschirmlupen-Funktion gibt es seit Windows 7 auch in der Windows-Welt, dort mit der Tastenkombination Windows-Taste mit + bzw. -. Wie in der Abbildung zu sehen ist, wird das Bild bei hohem Vergrößerungsgrad hier sehr pixelig, und das Lesen von Text ist nicht mehr so angenehm. Abhilfe schaffen hier nur kommerzielle Tools wie ZoomText oder Magic, die zumindest die Schrift Aufbereiten und gestochen scharf darstellen. Die anderen Teile des Schirms bleiben aber auch hier pixelig. ZoomText und Magic sind aber nicht gerade für wenig Geld zu haben. Assistive Technologien, wie die Möglichkeit einer Vergrößerung oder die akustische Ausgabe des Bildschirminhaltes mittels Sprachsynthese, sollten integraler Bestandteil jedes modernen Betriebssystems sein, und nicht teuer zugekauft werden müssen. In Österreich wird dies durch das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGStG) sogar gefordert. Jede sehbehinderte Person, die entsprechende Hilfen bei einem Betriebssystem nicht vorfindet, hat die Möglichkeit den Hersteller auf Schadenersatz zu klagen, oder zunächst einmal ein Schlichtungsverfahren einzuleiten.

Apple ist mit seiner „Retina“ Marke wieder einmal Vorreiter. Es ist jedoch zu erwarten, dass auch die anderen Hersteller nicht lange mit hochauflösenden Displays auf sich warten lassen werden. Auch am TV-Markt wird mit höheren Auflösungen gespielt. Statt HD gibt es jetzt Ultra-HD (auch unter 4k bekannt).

Seit Steve Jobs 1984 den ersten Mac vorstellte, der als erster Computer für die Massen eine grafische Benutzerschnittstelle hatte, sind wir weit gekommen. Ich bin gespannt was noch so kommen wird. Wen es interessiert wie der Mac damals präsentiert wurde, möge das nachfolgende Video genießen.

 

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