Vielfalt aber wenig Barrierefreiheit

Logos verschiedener Mobiler BetriebssystemeEin Artikel im Online Standard hat mich wieder einmal über die Zukunft der Barrierefreiheit auf mobilen Systemen grübeln lassen. Neben den Platzhirschen wie IOS und Android werben immer mehr Konkurenzprodukte um die Gunst der User. Ein großes Stück vom Kuchen am Handy und Tablet Markt versucht sich Microsoft mit Windows 8 holen zu wollen, zwar noch mit nicht überragendem Erfolg, aber man befindet sich auf passablem Kurs.

Aber auch weitere Bewerber versuchen ihr Glück. Allen voran die Mozilla Foundation mit ihrem Firefox OS oder seit kurzem auch Ubuntu mit seinen Bestrebungen ein Mobiles Handy OS bis 2014 lauffähig haben zu wollen. Sailfish OS (Jolla, ehemalige MeeGo EntwiklerInnen von Nokia) und Tizen (Samsung) sind Nachfahren meines früher so geliebten MeeGo, dass ich auf meinem Nokia N900 sehr zu schätzen gelernt habe.

Während die großen Player sich mittlerweile schon, mehr oder weniger erfolgreich, mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigt haben, sind meine Hoffnungen nicht so groß, dass Firefox OS, Tizen, Sailfish oder Ubuntu für z.B. blinde und sehbehinderte Menschen von Beginn an gebrauchstauglich nutzbar sein werden.

Nokia z.B. kannte bis Windows 8 das Konzept der Screen-Reader im Prinzip überhaupt nicht, wie ich aus persönlichen Gesprächen mit Vertretern des Unternehmens weiss, und an vielen meiner früheren Nokia-Geräten erproben durfte. Gerade das N900 war z.B. eine Accessibility-Wüste. Einzelne EntwicklerInnen der Comunity programmierten zwar kleine Tools, mit deren Hilfe sich über eSpeak Sprache ausgeben ließ, ein Systemweiter Screen Reader war aber ein Wunschtraum. Auch Vergrößerungsfunktionen wie unter IOS suchte man vergebens.

Gerade bei den Linux-Basierten Ansätzen ist es für mich schwer nachvollziehbar, warum assistive Technologien schlichtweg ignoriert werden. Mit Orca etc. gibt es bereits Lösungen für Linux, die eigentlich auch auf mobilen Plattformen einsetzbar sein sollten. Immerhin hat es ja auch Apple unter MacOS und IOS geschafft, die bekannterweise auf BSD, einem Unix-Derivat basieren.

Ich will aber nicht vorschnell urteilen, und warte einmal ab. Momentan ist aber IOS am mobilen Markt das einzig brauchbare System für viele Menschen mit Behinderung. Android macht Vortschritte, braucht aber noch.

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