Market out of mind?

Screenshot: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage von MarketMindHeute flatterte mir ein nettes Mail der Firma Marketmind in die Mailbox, die im Auftrag von A1/Bob eine Umfrage zur Tarifgestaltung durchfürt. Neugierig geworden, klickte ich auf den Link zum Umfrage-Formular.

Ok, optisch sah das Formular ja ganz nett aus, nur würde es auch barrierefrei sein? Schon ein einfacher Durchlauf mit Total Validator ergab mehrere automatisch gefundene WCAG 2.0 A Probleme auf der ersten Seite des Formulars. Liebe Web-Entwicklerinnen und -entwickler, fünf Jahre nach einführung des BGstG darf man erwarten, dass zumindest jene Erfolgskriterien, die automtisch geprüft werden können, erfüllt werden.

Gleich zu Beginn wird man, wie in derartigen Umfragen üblich, nach diversen demografischen Daten wie Alter, Geschlecht, Wohnort etc. gefragt. In einem anonymen Fragebogen nichts ungewöhnliches, nur ist dieser hier wirklich anonym? Ich erhielt die Aufforderung zum Mitmachen per e-mail, persönlich mit Namen an mich addressiert. MarketMind erhielt diese Daten, laut eigenen Angaben, von A1 aus deren Kundendaten. Nun konnte ich das besagte Umfrageformular nur mit einer eideutigen ID aufrufen. Mir ist dabei schon bewusst, dass man hier sicherstellen möchte, dass die Umfrage nur von eingeladenen Personen, und hier immer nur einmal, ausgefüllt wird. Der angewendete Mechanismus erlaubt jedoch – zumindest theoretisch – die vorhandenen Kundendaten mit den in der Umfrage eingegebenen Informationen zu verknüpfen. Und tataaa – nichts mehr ist anonym.

Das lustigste kommt jedoch noch. Nach Eingabe der Daten zu meiner Person kam die Frage: „Benutzen Sie ihr Handy eher beruflich oder privat?“. Diese Aussage konnte ich so absolut nur schwer beantworten, ich entschloss mich dann doch dazu, mein Handy eher geschäftlich zu nutzen. Auf der nächsten Seite wurde ich dann mit der Meldung konfrontiert, dass ich aufgrund meiner letzten Antwort leider nicht in die Zielgruppe passe, es aber dennoch sehr nett gewesen sei, dass ich das Formular bis hier ausgefüllt hätte.

Ist das nicht lustig? Ich habe gerade vollkommen „gratis“ und auch noch „umsonst“ für ein Marktforschungsunternehmen gearbeitet, mich dabei diskriminieren lassen, und sogar noch persönliche Daten preis gegeben.

Die frage ist hier nur, ist der Markt oder ich out of mind?

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