Wunsch nach Gleichbehandlung als zweischneidiges Schwert

In der heutigen Ausgabe des ORF Magazins Hohes Haus wurde unter dem Titel Männer gesucht berichtet, dass es in Österreich im Verhältnis viel zu wenig männliche Volksschullehrer gibt. Grund dafür sind vermutlich zu schlechte Bezahlung und die negative Behafung des Lehrer-Berufs. Im Gleichbehandlungssausschuss des Parlaments wurde daher ein Entschließungsantrag Mehr Männer in pädagogische Berufe ausgearbeitet.

Die Frage, ob man nicht auch positive Diskriminierung ((Positive Diskriminierung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Männer so lange bei der Besetzung von Stellen bevorzugt werden, bis der Männeranteil einen bestimmten Prozentsatz erreicht hat. Selbiges wird z.B. an den Universitäten angewandt, um den Frauenanteil zu erhöhen. Frauen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt.)) bei der Vergabe neuer Stellen andenken könnte, wurden von den meisten interviewten Politikerinnen vehement verneint.

Meine lieben Damen, aber hallo!?! Gleichbehandlung sollte meinem Verständnis zu folge doch in beide Richtungen funktionieren. Wenn es in einem Berufsfeld deutlich mehr Frauen als Männer gibt, spricht doch nichts dagegen, die selben Instrumente zur Herstellung des Gleichgewichts anzuwenden, wie im Fall eines zu geringen Frauen-Anteils.

Natürlich könnte man meinen, Frauen sind in den meisten anderen Berufen ohnehin unterrepräsentiert, und als Lehrerin bekommen sie zumindest einen Job. So funktioniert Gleichbehandlung/Gleichstellung aus meiner Sicht nun einmal aber nicht.

Ich bin nun schon seit einigen Jahren Mitglied im Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen meiner Universität, und bin immer wieder mit der Problematik der zu geringen Stellenbesetzung durch weibliche Kandidatinnen konfrontiert. Durch 40% Regelungen für Gremien wie auch positiver Diskriminierung soll der Frauenanteil erhöht werden.

Sollte eines fernen Tages, der Frauenanteil unter den Uni-Bediensteten den der Männer übersteigen, erwarte ich mir, dass die selben Mechanismen auch in die andere Richtung eingesetzt werden.

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