Kommentar: Pflegegeld – ÖAR ruft zum Protest auf

Screenshot der Website zur Aktion Rettete das PflegegeldUnter der Adresse http://www.pflegegeld-retten.at ruft die ÖAR zu einer Protestaktion zur Rettung des Pflegegeldes in Österreich auf.

Seit Jahren wird von den Behinderten-Organisationen in Österreich gefordert, das Pflegegeld jährlich der Inflation anzupassen, um der Wertminderung entgegenzuwirken. Nun sieht es jedoch eher danach aus, dass gravierende Einschnitte beim Pflegegeld geplant sind.

Herr Sozialminister! Sind sie noch bei Sinnen? Ist ja wieder typisch, dass bei den Ärmsten der Gesellschaft der Rot-Stift angesetzt wird. Im Anbetracht der Milliarden, die von unserer tollen Politik den armen Banken in den Rachen gestopft wurden, kann diese Vorgangsweise nur als Hohn gegenüber jenen Personen verstanden werden, die sich in Österreich eine Behinderung „leisten“ müssen.

Immer wieder stehen für wahnwitzige Projekte Millionen oder Milliarden Euro zur Verfügung. Sobald es jedoch um das Thema Menschen mit Behinderung geht, führen sich unsere politischen Vertreterinnen und Vertreter wie die Sparmeister auf. Dann sind auf einmal keinerlei finanzielle Mittel mehr vorhanden. Ratlosigkeit, wie man diese bemitleidenswerte Situation bewältigen könnte macht sich breit, und man kann den Intelligenzquotienten der Verantwortlichen im Zeitraffer purzeln sehen. Aber wehe, es geht um ein prestigeprächtiges Projekt – dann sind keine Kosten zu hoch, und keine Ausrede zu schwer.

Wird ein neues Gebäude gebaut, oder ein altes saniert, ist der neue Marmorboden von zentraler Bedeutung, die Installation von Behinderten-WCs, Rampen oder gar Induktionsanlagen unvorstellbar unfinanzierbar!

Auch ich bin der Meinung „Es reicht!“.

Österreich hat im internationalen Vergleich in Sachen der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung einen dermaßen großen Aufholbedarf, dass die Diskussion um eine Einschränkung des Pflegegeldes regelrecht lächerlich erscheint.

Liebe politische Vertreterinnen und Vertreter, machen Sie sich doch erst einmal ernsthafte Gedanken darüber, wie Sie die Versprechen einlösen wollen, die Sie mit der Ratifizierung der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen eingegangen sind, und nehmen Sie Abstand davon, die Situation von Menschen mit Behinderungen noch mehr zu verschlechtern.

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