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Tag: Mobiles Internet

Text-Reflow in BootStrap unter ChromeEin neuer Begriff macht seit einiger Zeit die Runde: Responsive (Web)Design. Die Idee dabei ist, dass Layouts von Webseiten anpassungsfähig gemacht werden, damit sie auf einer Vielzahl an Geräten (Smartphones, Tablets, Desktops etc.) ein gebrauchstaugliches Nutzungsfeeling bieten.

Durch die meist kleineren Display-Abmessungen mobiler Geräte können Webseiten oft nicht mehr dargestellt werden ohne den Text hektisch horizontal zu scrollen (also hin- und herzuschieben).

Responsive Design gut und schön, nur leider spielen, wie so oft in der Browser-Welt einzelne Clients nicht brav mit. Heute habe ich mich z.B. mit Twitter’s BootStrap CSS/JS Framework beschäftigt, und hatte dabei die Projekt-Homepage in Google Chrome angezeigt. Nun verwende ich am Desktop häufig die Zoom-Funktionen der Browser, um den Text in die Größe zu bringen, wie ich ihne vernünftig lesen kann. Die BootStrap Page bietet auf der linken Seite ein Navigationsmenü das fix verankert ist, und daher beim Scrollen des Seiteninhaltes seine Position behält. In Chrome bleibt das Teil aber auch bei horizontalem Scrolling an der selben Stelle, wenn man den Schriftgrad entsprechend hoch gewählt hat. Als Resultat verdeckt das Menü den dahinterliegenden Text, und bleibt auch noch an seiner Position kleben wenn man vertikal scrollt. Meine erste Reaktion: Ui, dieses Framework ist nichts für mich, Barrierefreiheit mal wieder Wüste.

Text Zoom in Bootstrap unter OperaWie sich aber herausgestellt hat, scheint Chrome der einzige Browser zu sein, der sich in diesem Fall so ungünstig verhält. Firefox, Opera und sogar der Internet Explorer (zumindest die Windows 8 Version) verschieben das Menü kurzerhand an den Beginn des Textes, wo es kleben bleibt. Nun hat man zwar kein Menü mehr, dass am Rand haften bleibt, aber dafür kann der Text Hindernis-frei gelesen werden.

Dem Safari unter OSX oder IOS ist ein derartiges Gebaren völlig fremd. Dieser verzichtet auf jede Form von Text-Reflow beim Zoomen. Vergrößerung bedeutet einfach, einen Bildschirm-Bereich näher heran zu holen, und diesen größer anzuzeigen. Um den gesamten Text zu lesen, muss eben immer wieder von links nach rechts (also horizontal) gescrollt werden. Und hier scheiden sich auch die Gemüter. Während dieses Verhalten von manchen Nutzerinnen und Nutzern geschätzt wird, da das ursprüngliche Aussehen der Seite bestehen bleibt, sind andere – wie ich, von der Scrollerei genervt. Es wäre doch viel angenehmer nur von oben nach unten scrollen zu müssen. Apple sollte zumindest die freie Wahl lassen, welches Browser-Verhalten man bevorzugt. Ich teile die Meinung von Steve Jobs nicht ganz, dass die User ohnehin nicht wissen was sie wollen, und wir es ihnen daher vorschreiben sollten. User sind individuell (insbesondere wenn sie diverse körperliche Einschränkungen haben. Daher sollte eine Nutzungsumgebung in Maßen anpassbar sein.

Text-Zoom in Bootstrap unter IESo schön die Idee der optimierten Anzeige für einzelne Geräteklassen auch sein mag, so gibt es durchaus Kritik an diesem Ansatz. Da die gleiche Webseite auf unterschiedlichen Endgeräten völlig anders aussehen kann, könnten sich Nutzerinnen und Nutzer dadurch verwirrt fühlen. Gerade für ältere Personen, oder Personen mit Lernschwierigkeiten, sind Wiedererkennung und ein kontinuierlicher bzw. ähnlicher Seitenaufbau eine Grundlage zur gebrauchstauglichen Nutzung eines Web-Angebotes. Sehr zu empfehlen wäre daher die Bereitstellung einer Wahlmöglichkeit, die Desktopansicht auch auf mobilen Endgeräten anzeigen lassen zu können.

Weitaus wichtiger als Responsive Design erscheint mir die Idee des Semantic Web. Webangebote und deren einzelne Komponenten werden mit Metadaten, also Bedeutungen angereichert. Über automatisierte Tools können Inhalte dann weiterverwendet werden. Zum Einsatz kommt dies zum Beispiel bei RSS-Feeds. Einige der von mir in meinem Blog verfassten Artikel sind auch auf http://www.inclusion.cc zu finden. Diese Artikel habe ich nicht doppelt eingegeben, sondern nur einmal. Das WordPress auf inclusion.cc schaut sich den RSS-Feed meines Blogs regelmäßig an, und übernimmt bestimmte Artikel automatisch. Auf die selbe Weise können Blog-Artikel in diversen Readern gelesen werden. Ich kann mir z.B. meine eignen Artikel in Form eines Magazins in Flipboard anzeigen lassen. Dies funktioniert, da dank der RSS Syntax ein externes Programm weis, was ein einzelner Artikel ist, wie dieser aussieht, und diese Informationen auch auslesen kann. Nicht aus Aussehen einzelner Text-Passagen ist vorrangig, sondern deren Bedeutung. Eine Überschrift ist sowohl in meinem Blog, als auch in einem in Flipboard angezeigten Artikel eine Überschrift, wenn sie dort vielleicht auch anders aussieht.

Das Besondere an der Gestaltung von Inhalten für das Web war seit jeher die Ungewissheit, auf welchem Endgerät, von welchen Userinnen und Usern unter welchem Kontext diese Inhalte verwendet werden. Im Gegensatz zu Printmedien weiss man nicht, wie das Resultat genau aussehen wird. Responsive Design ist eine Methode dieser Vielfalt zu begegnen.

Zur Zeit ist es einfach inn, ein anpassbares Layout anzubieten, genauso wie es inn ist, für jede Kleinigkeit eine eigne App für IOS und Android anzubieten. Mal sehen, wie lange dieser Hype bestehen bleibt.

Google hat nun bekannt gegeben, dass in Android eine Funktion eingebaut ist, die es Google erlaubt angebliche Schadsoftware per Fernwartung von Smartphones zu entfernen.

Vor einiger Zeit hatte bereits Amazon berichtet aus lizenzrechtlichen Gründen Bücher von Kindle-Geräten entfernt zu haben. Diese Nachricht hatte für massig Gesprächsstoff unter Datenschützern und Usern gesorgt.

In Foren und auf Blogs wird bereits eifrig über Sinn, Sicherheit etc.  des Android-Sicherheitsfeatures diskutiert. Immerhin hat ja auch Apple, soweit ich mich erinnere, seine Produkte fest im Griff und behält sich das Recht vor, ähnliche Funktionalitäten zu nutzen.

Interessant ist auch das Feature, welches Google erlaubt, eigenständig Software auf den Geräten zu installieren. Damit könnte theoretisch jedes Handy in eine Wanze verwandelt werden. Ein Kindheitstraum von CIA, NSA und Co.

Ich persönlich mag es nicht, wenn meine Geräte Eigeniniziative entwickeln, ohne mich vorher zu fragen. Auch aktuelle Versionen von Windows führen in der Standard-Installation Updates im Hintergrund durch, ohne die User damit zu belästigen. Sehr lästig ist dies beispielsweise, wenn man seinen PC ausschalten möchte, und man dann erst warten muss, bis Updates installiert wurden.  Immerhin kann diese Funktionalität abgeschwächt oder deaktiviert werden, auch wenn man nie sicher weis, ob Microsoft nicht trotzdem ungesehene Updates nachrüstet.

Aber Google-Android ist doch Open Source…! Warum ist diese Funktionalität niemanden aufgefallen? Angeblich ist es das ja, nur wurde dies als tolles und eigentlich harmloses Sicherheits-Feature erachtet.

Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden, Möglichkeiten zu schaffen Endkundinnen und -kunden vor Viren, Trojanern und anderer bösartiger Software zu schützen. Ich will nur darüber informiert werden, und dann selbst auf den Löschen-Knopf drücken. Wenn es sich um ein grobes Sicherheitsproblem handelt, kann ja permanent eine Sicherheitswarnung eingeblendet werden, die mich auf den Umstand hinweist, dass sich da etwas ungutes auf meinem Gerät befindet welches ich besser entfernen sollte. “Möchten sie diesen bösartigen Trojaner von ihrem Gerät entfernen (ja/nein danke)” – wäre doch eine freundliche Art und Weise nachzufragen.

Auch ungekehrt, im Falle der Installtion von Software: “Ein neues Sicherheitsfeature wurde für Sie bereitgestellt, möchten Sie dieses installieren? (Ja/Nein Danke)”.

Ein Bedürfnis nach Sicherheit ist bei den meisten Nutzerinnen und Nutzern gegeben. Am PC installiert sich fast jede oder jeder ein Anti-Viren Programm. Deshalb werden die wenigsten etwas gegen Aktualisierungen einzuwenden haben, die ihr Gerät vor Fehlfunktionen, Datenverlust oder Zugriff durch andere schützen. Nur muss dies auf freiwilliger Basis passieren.

Links:

Aktualisierung: Kurz nach meinem Bericht erhielt ich vom Autor des Open Source Programms OpenQuando die Mitteilung, dass er nach Aufforderung der Betreiber von Quando sein Programm nicht weiter verbreiten dürfe. Er hat die Software daher auch aus dem Programmkatalog von maemo.org entfernt.

Nachdem für Maemo (also das Nokia N900) vom Betreiber kein Client angeboten wird, empfinde ich es als Ungeheuerlichkeit, die Entwicklung einer Open-Source Lösung, die ihnen keinen Cent kostet zu verbieten. Liebe Wiener Linien, es wäre viel intelligenter gewesen, die Entwicklung eines für Euch konstenlosen Clients zu unterstützen!

Aus diesem Grund überlege ich mir Schritte gegen die Betreiber zu unternehmen, da sie mir damit die Möglichkeit nehmen, auf ihren Service zuzugreifen. Ich werde mir deshalb nämlich sicher kein neues Handy zulegen.

Mir hat dieser Vorfall nur gezeigt, dass man mit Kritik anscheinend in Österreich immer weiter kommt als mit Lob. Ich werde mich davor hüten, derartige Services ob ihrer tollen Dienste vorzeitig zu präferieren und meine guten Erfahrungen zu veröffentlichen.

Vermutlich lebe ich als nicht-Wiener am Mond, und den Service Quando kennt sowieso schon jeder.

Ich bin für mein N900 über das nette Tool OpenQuando gestoßen, dass für eine angegebene Haltestelle in Wien anzeigt, welche Busse und / oder Straßenbahnen in wievielen Minuten als nächstes ankommen.

OpenQuando greift dabei auf den Quando-Service der Wiener Linien zu. Für viele Handies und Smartphones gibt es offizielle Clients, für das N900 wurde nun eine OpenSource Lösung implementiert.

Für mich, wie auch für viele andere Personen mit Sehbeeinträchtigungen wird dieser Service eine große Hilfe darstellen, da man neben der Echtzeit-Anzeige auch Fahrpläne abfragen und Online-Tickets kaufen kann.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Umsetzungen auf den einzelnen Endgeräten auch entsprechend Barrierefrei programmiert wurden.

An Quando könnten sich die Verkehrsbetriebe anderer Regionen ein großes Beispiel nehmen.

Weblinks:

Ein WebStandard Bericht über eine Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) kommt zum Ergebnis, dass bei den meisten mobilen Breitband-Angeboten viel mehr drauf steht, als im Endeffekt drin ist. Obwohl beworben wird dass Transfairraten von maximal 7.2 bzw. 3.6 Megabit möglich währen, kommt man im Praxisbetrieb nur auf einen Bruchteil davon.

Aus eigener leidiger Erfahrung kann ich dieses Phänomen teilweise bestätigen. Zwei Jahre war ich nun Kunde bei 3. Anfangs war ich noch mit vertretbaren 1.5 Megabit unterwegs, was ein einigermaßen flüssiges Surfen im Netz erlaubte. Mit der Zeit wurde die Verbindung jedoch immer schlechter; sogar in Ballungszentren, wo eigentlich eine gute Verbindung zu erwarten gewesen wäre. In der Weststeiermark komme ich mittlerweile nur mehr auf eine Rate von 200 Kilobit, also nicht wirklich viel schneller als ISDN. Dies ist für heutige Anforderungen nicht mehr akzeptabel.

Seit Kurzem bin ich auch über Bob Datenpaket unterwegs und erhalte dort Übertrangungsraten zwischen 7 und minimal 3 Megabit. Am selben Ort, wo mir die 3 Datenkarte nur magere 200 Kilobit auswürgt, segelt mein N900 über Bob mit 3 Megabit vorbei!!!

In besagtem Standard Bericht wird leider auch der Umstand verschwiegen, dass die von manchen Anbietern angebotenen Übertragungsraten nur aufgrund der schlechten Modems zustande kommen, die mit den Paketen verkauft werden. Obwohl Bob offiziell nur 3.6 Megabit angibt, kommt man mit einem geeigneten Modem (bzw. Handy) auf weitaus höhere Werte (das N900 könnte bis zu 10 Megabit erreichen).

Derzeit gibt es aus meiner Erfahrung nur einen Anbieter, der einigermaßen flottes mobiles Breitband bereitstellt, und das ist die Telekom Austria. Dafür eben auch nicht ganz billig. Wobei ich mit meinen 4 Euro pro Gigabyte bei Bob durchaus zufrieden bin.

Mal sehen was die Zukunft bringt, und wie lange die KonsumentInnen sich das noch gefallen lassen.