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Kategorie: Mobil

brailleSmartphoneNachdem Berichte über ein tolles neues tastbares Smartphone-Konzept die Runde machen, dass angeblich schon heuer auf den Markt kommen soll, kann ich es mir nicht nehmen lassen, ein paar Überlegungen dazu anzustellen:

Grundsätzlich ist die Idee sehr zu begrüßen. So toll die Bedienung eines iPhone für viele blinde Personen in vielen Situationen auch funktionieren mag, so ist die Ausgabe des Geräts für diese Personen auf den auditiven Kanal, also Ton, beschränkt. In vielen Situationen hat sich das “Vorlesen” lassen als die deutlich schnellere Variante der Informationsvermittlung durchgesetzt. Mit schnell eingestellter Sprachausgabe kommt man in der Regel beim Lesen in Braille nicht mit. Ein weiterer Vorteil der Audio Ausgabe ist, dass man die Hände für die Interaktion frei hat. Es ist schwierig gleichzeitig einen Text einzugeben, und das Ergebnis auf einer Braillzeile zu ertasten. Man muss immer die Hand von der Tastatur nehmen. Beim “Vorlesen” ist dies nicht nötig.

Es gibt jedoch auch oft Situationen, in denen man sich eine etwas “dezentere” Interaktions-Methode mit einem technischen Gerät wünscht, wenn man durch Sprache nicht abgelenkt sein möchte, oder nicht will, dass jemand die Informationen mithören kann. Auch eine blinde Person möchte sich für ihren Vortrag Notizen machen, um nicht den Faden zu verlieren. Sich die “Schummel-Zettel” vorlesen zu lassen, hat sich immer als etwas schwierig erwiesen, auch wenn man einen Kopfhörer-Ohrstöpsel im Ohr hatte. Das gleichzeitige Lesen mit den Fingern, während man spricht, hat sich oft als weitaus zweckdienlicher erwiesen.

Ein Braille-Fähiges Smartphone, dass auf taktiler Informationsvermittlung beruht wäre somit eine begrüßenswerte Idee, wenn sie umgesetzt wird und funktioniert. Das auf dem oberen Video gezeigte “Konzept” schaut leider noch sehr nach einer Computeranimation aus, auch wenn sie hübsch modelliert wurde. Ich stelle mir die Frage, wie groß das Gerät im Endeffekt werden wird, da Braille-Buchstaben sehr viel Platz brauchen, und bei einem Smartphone daher nur wenige Zeichen Platz hätten. Bei einem 4 bis 5 Zoll Gerät würden sich höchstens zwei Zeilen Braille mit 6 bis 10 Zeichen je Zeile ausgehen, und dann wäre kein Platz mehr für die statischen Tasten am Rand.

Die im oberen Video gezeigte Animation, bei der sich eine Schwarzschrift-Zeitung wunderschön in der selben Spaltendarstellung auf einem Braille-Display darstellt, sieht so zwar gut aus, lässt sich in der Praxis jedoch nur mit einem größeren Braille-Display realisieren.

Der Anwendungsfall, bei dem man mit dem Gerät über eine gedruckte Tabelle fährt, und am Display die über die Kamera aufgenommenen Zeichen direkt in Braille angezeigt wird ist wie gezeigt auch wenig praktikabel. Das sieht zwar im Video nett aus, nur sind die Buchstaben der DIN A4 Seite so groß gedruckt, wie man dies in der Praxis quasi nie vorfindet. In der Realität lässt sich kein 1:1 Verhältnis von Braille zu Schwarzschrift von den Abmessungen her erzeugen. In etwas abgeänderter Form gibt es dies bereits für aktuelle “normale” Smartphones. Weitaus handlicher ist es, das gesamte Blatt mit einem Mal abzufotografieren, und dieses dann mittels OCR Erkennung in Text zu transformieren. Dieser Text kann dann als ganzes auf einmal gelesen werden. Derartige Apps existieren für IOS, Android und Co. bereits seit längerem.

Ein weiteres Problem sehe ich in dem Umstand, dass man anscheinend ein komplett neues System implementieren möchte, auf dem das Gerät läuft. Die Beweggründe sind mir zwar bewusst: Man möchte sich auf die wesentlichen Funktionen konzentrieren, nach dem Motto: “Keep it as simple as possible”. Somit ist es weitaus leichter, ein für das Zielpublikum gebrauchstaugliches Nutzerinterface zu kreieren. Diese Vorgehensweise ist grundsätzlich zu begrüßen. Leider verzichtet man damit jedoch auf die Möglichkeit der Kompatibilität zu vorhandenen Ökosystemen.

Ich hätte eher eine Plattform wie android genommen, und darauf aufbauend meine eigne Benutzerschnittstelle implementiert. Auf diese Weise könnten grundsätzlich alle Apps genutzt werden, die für Android zur Verfügung stehen, vorausgesetzt sie benutzen die in Android vorgesehene Accessibility API. Zudem hätte man auf diese Weise bereits die immer besser werdende Screen Reader Funktion Talkback von Haus aus an Board gehabt.

Zusammenfassend stelle ich fest, dass ich auf das Gerät schon sehr gespannt bin. Ich lasse mich in meiner Skepsis gerne eines besseren belehren. Auch Apple hat bei der Entwicklung des iPhones mit VoiceOver interessante neue Interaktionskonzepte für blinde und sehbehinderte Menschen eingeführt, die wir heute schon als selbstverständlich hinnehmen.

Weblinks:

Foto: Apple Lightning auf USB AdapterAlle paar Tage, wenn ich mein iPad (4th Generation) an das Stromnetz stöpsle um es mit frischem Saft zu füttern frage ich mich, warum es ein Unternehmen wie Apple, dass auf extrem hochpreisige, dafür aber qualitativ hochwertige, Produkte setzt, es unbedingt nötig hat, durch die Einführung eigener Anschlüsse, zusätzlich Geld durch den Verkauf von Adaptern zu gewinnen.

Alle Großen Hersteller sind heute dazu übergegangen, bei Handies und Tablets Micro-USB zum Laden und gleichzeitigen Datenaustausch zu verwenden. Nur Apple ist der Meinung, man braucht eine Sonderlösung. Nachdem der bisherige (ebenfalls proprietäre 30 pol Stecker in die Jahre gekommen war, musste ein Ersatz her. Anstelle wie alle anderen auf USB zu wechseln, hat man sich wieder für eine Eigenlösung entschieden. Es ist zwar praktisch, dass es egal ist, in welche Richtung man den Lightning Stecker in die Buchse steckt, und robust ist das Teil auch, aber dafür gleich eine eigene Architektur zu entwickeln wäre meiner Meinung nach nicht nötig gewesen.

Nun gibt es ja in Europe eine Selbstverpflichtung der Hersteller, einheitlich auf USB zu setzen, um einheitliche Ladegeräte zu erlauben. Aus diesem Grund bietet Apple speziell für den Europäischen Markt einen Lightning auf MicroUSB Adapter. Der Adapter kostet bei Apple selbst 19€. ich habe den originalen Apple Adapter bei Amazon um 12€ bekommen. Mit diesem Adapter verfügen iPhone, iPad und Co. nun über einen MicroUSB Anschluss, über den sie mit beliebigen Ladegeräten geladen werden können. Beim iPad muss die Stromquelle natürlich stark genug sein. Warum kann Apple derartiges Zubehör wie andere Hersteller nicht einfach mitliefern :( . Natürlich kann man sich auch das Standard Lightning auf USB Kabel besorgen, das ohnehin schon bei iPad und Co. mitgeliefert wird. Mit dem MicroUSB Adapter brauche ich auf Reisen nun aber nur noch ein Kabel, und nicht mehrere verschiedene mitnehmen. Aber Vorsicht, der Adapter ist SEHR winzig. Ich lasse ihn lieber am USB Kabel hängen, damit er nicht verloren geht :) .

Besonders lästig ist die Umstellung auf Lightning, wenn man vorher viele Adapter für den 30-poligen Anschluss hatte. Apple bietet zwar um 30€ einen Adapter auf Lightning, dieser unterstütz aber nur manche Anwendungen. Videoausgabe wird z.B. nicht unterstützt. Damit kann ich mein altes analoges TV Adapterkabel getrost in den Kübel werfen, und das neue iPad nicht mehr an analoge Fernseher anschließen. Hat man früher das Camera Connection Kit mit USB und SD in einem bekommen. muss man diese für Lightning nun getrennt kaufen und zahlt natürlich auch doppelt.

Schade, dass Apple sich bei seinen IOS Geräten nicht wie beim Mac an Standard-Interfaces halten will.

Text-Reflow in BootStrap unter ChromeEin neuer Begriff macht seit einiger Zeit die Runde: Responsive (Web)Design. Die Idee dabei ist, dass Layouts von Webseiten anpassungsfähig gemacht werden, damit sie auf einer Vielzahl an Geräten (Smartphones, Tablets, Desktops etc.) ein gebrauchstaugliches Nutzungsfeeling bieten.

Durch die meist kleineren Display-Abmessungen mobiler Geräte können Webseiten oft nicht mehr dargestellt werden ohne den Text hektisch horizontal zu scrollen (also hin- und herzuschieben).

Responsive Design gut und schön, nur leider spielen, wie so oft in der Browser-Welt einzelne Clients nicht brav mit. Heute habe ich mich z.B. mit Twitter’s BootStrap CSS/JS Framework beschäftigt, und hatte dabei die Projekt-Homepage in Google Chrome angezeigt. Nun verwende ich am Desktop häufig die Zoom-Funktionen der Browser, um den Text in die Größe zu bringen, wie ich ihne vernünftig lesen kann. Die BootStrap Page bietet auf der linken Seite ein Navigationsmenü das fix verankert ist, und daher beim Scrollen des Seiteninhaltes seine Position behält. In Chrome bleibt das Teil aber auch bei horizontalem Scrolling an der selben Stelle, wenn man den Schriftgrad entsprechend hoch gewählt hat. Als Resultat verdeckt das Menü den dahinterliegenden Text, und bleibt auch noch an seiner Position kleben wenn man vertikal scrollt. Meine erste Reaktion: Ui, dieses Framework ist nichts für mich, Barrierefreiheit mal wieder Wüste.

Text Zoom in Bootstrap unter OperaWie sich aber herausgestellt hat, scheint Chrome der einzige Browser zu sein, der sich in diesem Fall so ungünstig verhält. Firefox, Opera und sogar der Internet Explorer (zumindest die Windows 8 Version) verschieben das Menü kurzerhand an den Beginn des Textes, wo es kleben bleibt. Nun hat man zwar kein Menü mehr, dass am Rand haften bleibt, aber dafür kann der Text Hindernis-frei gelesen werden.

Dem Safari unter OSX oder IOS ist ein derartiges Gebaren völlig fremd. Dieser verzichtet auf jede Form von Text-Reflow beim Zoomen. Vergrößerung bedeutet einfach, einen Bildschirm-Bereich näher heran zu holen, und diesen größer anzuzeigen. Um den gesamten Text zu lesen, muss eben immer wieder von links nach rechts (also horizontal) gescrollt werden. Und hier scheiden sich auch die Gemüter. Während dieses Verhalten von manchen Nutzerinnen und Nutzern geschätzt wird, da das ursprüngliche Aussehen der Seite bestehen bleibt, sind andere – wie ich, von der Scrollerei genervt. Es wäre doch viel angenehmer nur von oben nach unten scrollen zu müssen. Apple sollte zumindest die freie Wahl lassen, welches Browser-Verhalten man bevorzugt. Ich teile die Meinung von Steve Jobs nicht ganz, dass die User ohnehin nicht wissen was sie wollen, und wir es ihnen daher vorschreiben sollten. User sind individuell (insbesondere wenn sie diverse körperliche Einschränkungen haben. Daher sollte eine Nutzungsumgebung in Maßen anpassbar sein.

Text-Zoom in Bootstrap unter IESo schön die Idee der optimierten Anzeige für einzelne Geräteklassen auch sein mag, so gibt es durchaus Kritik an diesem Ansatz. Da die gleiche Webseite auf unterschiedlichen Endgeräten völlig anders aussehen kann, könnten sich Nutzerinnen und Nutzer dadurch verwirrt fühlen. Gerade für ältere Personen, oder Personen mit Lernschwierigkeiten, sind Wiedererkennung und ein kontinuierlicher bzw. ähnlicher Seitenaufbau eine Grundlage zur gebrauchstauglichen Nutzung eines Web-Angebotes. Sehr zu empfehlen wäre daher die Bereitstellung einer Wahlmöglichkeit, die Desktopansicht auch auf mobilen Endgeräten anzeigen lassen zu können.

Weitaus wichtiger als Responsive Design erscheint mir die Idee des Semantic Web. Webangebote und deren einzelne Komponenten werden mit Metadaten, also Bedeutungen angereichert. Über automatisierte Tools können Inhalte dann weiterverwendet werden. Zum Einsatz kommt dies zum Beispiel bei RSS-Feeds. Einige der von mir in meinem Blog verfassten Artikel sind auch auf http://www.inclusion.cc zu finden. Diese Artikel habe ich nicht doppelt eingegeben, sondern nur einmal. Das WordPress auf inclusion.cc schaut sich den RSS-Feed meines Blogs regelmäßig an, und übernimmt bestimmte Artikel automatisch. Auf die selbe Weise können Blog-Artikel in diversen Readern gelesen werden. Ich kann mir z.B. meine eignen Artikel in Form eines Magazins in Flipboard anzeigen lassen. Dies funktioniert, da dank der RSS Syntax ein externes Programm weis, was ein einzelner Artikel ist, wie dieser aussieht, und diese Informationen auch auslesen kann. Nicht aus Aussehen einzelner Text-Passagen ist vorrangig, sondern deren Bedeutung. Eine Überschrift ist sowohl in meinem Blog, als auch in einem in Flipboard angezeigten Artikel eine Überschrift, wenn sie dort vielleicht auch anders aussieht.

Das Besondere an der Gestaltung von Inhalten für das Web war seit jeher die Ungewissheit, auf welchem Endgerät, von welchen Userinnen und Usern unter welchem Kontext diese Inhalte verwendet werden. Im Gegensatz zu Printmedien weiss man nicht, wie das Resultat genau aussehen wird. Responsive Design ist eine Methode dieser Vielfalt zu begegnen.

Zur Zeit ist es einfach inn, ein anpassbares Layout anzubieten, genauso wie es inn ist, für jede Kleinigkeit eine eigne App für IOS und Android anzubieten. Mal sehen, wie lange dieser Hype bestehen bleibt.

Logos verschiedener Mobiler BetriebssystemeEin Artikel im Online Standard hat mich wieder einmal über die Zukunft der Barrierefreiheit auf mobilen Systemen grübeln lassen. Neben den Platzhirschen wie IOS und Android werben immer mehr Konkurenzprodukte um die Gunst der User. Ein großes Stück vom Kuchen am Handy und Tablet Markt versucht sich Microsoft mit Windows 8 holen zu wollen, zwar noch mit nicht überragendem Erfolg, aber man befindet sich auf passablem Kurs.

Aber auch weitere Bewerber versuchen ihr Glück. Allen voran die Mozilla Foundation mit ihrem Firefox OS oder seit kurzem auch Ubuntu mit seinen Bestrebungen ein Mobiles Handy OS bis 2014 lauffähig haben zu wollen. Sailfish OS (Jolla, ehemalige MeeGo EntwiklerInnen von Nokia) und Tizen (Samsung) sind Nachfahren meines früher so geliebten MeeGo, dass ich auf meinem Nokia N900 sehr zu schätzen gelernt habe.

Während die großen Player sich mittlerweile schon, mehr oder weniger erfolgreich, mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigt haben, sind meine Hoffnungen nicht so groß, dass Firefox OS, Tizen, Sailfish oder Ubuntu für z.B. blinde und sehbehinderte Menschen von Beginn an gebrauchstauglich nutzbar sein werden.

Nokia z.B. kannte bis Windows 8 das Konzept der Screen-Reader im Prinzip überhaupt nicht, wie ich aus persönlichen Gesprächen mit Vertretern des Unternehmens weiss, und an vielen meiner früheren Nokia-Geräten erproben durfte. Gerade das N900 war z.B. eine Accessibility-Wüste. Einzelne EntwicklerInnen der Comunity programmierten zwar kleine Tools, mit deren Hilfe sich über eSpeak Sprache ausgeben ließ, ein Systemweiter Screen Reader war aber ein Wunschtraum. Auch Vergrößerungsfunktionen wie unter IOS suchte man vergebens.

Gerade bei den Linux-Basierten Ansätzen ist es für mich schwer nachvollziehbar, warum assistive Technologien schlichtweg ignoriert werden. Mit Orca etc. gibt es bereits Lösungen für Linux, die eigentlich auch auf mobilen Plattformen einsetzbar sein sollten. Immerhin hat es ja auch Apple unter MacOS und IOS geschafft, die bekannterweise auf BSD, einem Unix-Derivat basieren.

Ich will aber nicht vorschnell urteilen, und warte einmal ab. Momentan ist aber IOS am mobilen Markt das einzig brauchbare System für viele Menschen mit Behinderung. Android macht Vortschritte, braucht aber noch.

Weblinks

 

ScreenShot: Flipboard am Mac

Flipboard am Mac

Ich mag es, meine News-Feeds am iPad, oder auf meinem Android Handy zu lesen. Es gibt eine Vielzahl an netten Apps, die mich dabei unterstützen, teilweise sogar mit direkter Google Reader Integration. Mit Hilfe von Apps wie Flipboard oder Zite kann man sich sein eigenes privates News-Magazin zusammenstellen. Das schöne daran, egal welches Gerät ich verwende, meine Einstellungen werden dank Sync übernommen.

Auf die Big Brother is watching You Diskussion möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Google und Co. sollen ruhig wissen, was ich gerne lese (zumindest im Moment).

Schade ist nur, dass so manche dieser Apps derzeit für mobile Plattformen, nicht jedoch für Desktop-Geräte zur Verfügung gestellt werden. Abhilfe schafft eine nette Software namens BlueStacks. Mit dieser wird es möglich, Android Anwendungen unter Windows oder am Mac laufen zu lassen.

ScreenShot: Flipboard unter Windows 8

Flipboard unter Windows 8

BlueStacks simuliert (oder emuliert) ein virtuelles Android-Gerät auf dem Desktop-Rechner. Das Ganze funktioniert schon sehr brauchbar. Die Beta-Version kann kostenlos heruntergeladen werden. Die Hersteller von Bluestacks versprechen, dass ein Großteil der unter Android angebotenen Apps (ca. 750.000) auf BlueStacks laufen sollen.

Leider wird, vermutlich aus lizenz-rechtlichen Gründen, Google’s Playstore mit BlueStacks nicht, wie bei den meisten Handy und Tablet-Herstellern, standardmäßig mitgeliefert, dafür aber einige alternative Stores und Markets. Aber es wäre nicht Android, wenn man es nicht “rooten” könnte, und dann der Playstore zu installieren wäre. Ich schlage vor: Einfach selber ausprobieren und entscheiden, ob es gefällt.

Ich genieße es auf jeden Fall, nun auch am MacBook oder am Windows-Desktop PC in meinem individuellen Flipboard-Magazin blättern zu können, ohne iPad oder Handy heraus-kramen zu müssen.

Akualisiert (24.1.2013): Man braucht BlueStack nicht zu Rooten um den Google PlayStore zu installieren. Man muss nur irgendwie an das PlayStore Paket (.apk) kommen. Eine Variante ist, sich zunächst über einen der installierten Markets einen Web-Browser zu besorgen und auf http://play.googl.com zu gehen. Eine weitere Methode, über die ich zufällig gestoßen bin, ist die Installation von YouTube. Wenn man YouTube das erste mal startet, wird man darauf hingewiesen, dass YouTube Google Play benötigt, um zu laufen, und man wird ganz nett gefragt, ob man diesen nicht installieren möchte.

Leider verhindert der bei BlueStacks standardmäßig installierte Launcher die Anzeige des PlayStores. Er ist zwar da, man kann aber nicht vernünftig auf ihn zugreifen. Einfachste Methode: Sich einen alternativen Launcher wie z.B. den Go Launcher EX installieren. Klickt man dann auf das BlueStack Symbol (den Home Button) wird man gefragt, ob man diesen verwenden möchte. Dort ist dann in den Apps auch der PlayStore zu finden ;-) .

Nochmal die Kurzfassung für den PlayStore:

  • PlayStore Paket installieren
  • Alternativen Launcher installieren, damit dieser auch auffindbar bleibt

Weblinks

GMail Logo Apple LogoDa ist mir doch gestern ein Artikel über den Bildschirm gehuscht, in dem darüber berichtet wurde, dass Apple bei IOS mittlerweile in hohem Maße auf Google angewiesen ist, weil alle möglichen Core-Komponenten von IOS wieder von Google zur Verfügung gestellt werden. Da wird der tolle Google Mail Client als Bespiel genannt, oder die neue Maps App, oder das neu implementierte YouTube.

Apple hat sich mit dem Ersetzen von Google Maps durch ein eigenes Produkt, und der Verbannung der, im höchstem Maße beliebten, und sehr gut integrierten, YouTube App sicher nichts gutes getan. Wer sein teuer Erspartes für eines der extrem hochpreisig angesetzten Apple Produkte investiert ist sicher nicht bereit, Kompromisse einzugehen. Man erwartet einfach, dass ein Produkt aus dem Hause Apple gebrauchstauglich funktioniert. Die sehr gut funktionierende Google-Maps App durch ein halb-fertiges Produkt der Marke Eigenbau zu ersetzen war aus meiner Sicht nicht klug, auch wenn mir persönlich die neue Maps-App recht gut gefällt, und diese bei mir auch großteils gute Dienste verrichtet.

Aus Sicht eines Menschen mit Sehbehinderung muss ich jedoch feststellen, dass die von Google angebotenen Applikationen in Hinblick auf die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen noch teils gravierende Mängel aufweisen, und somit kein adäquater Ersatz sein können.

  • Der GMail Client ist mit VoiceOver derzeit fast nicht zu benutzen. Die Nachrichtenliste reagiert einmal, dann wieder nicht. Gebrauchstaugliches Arbeiten ist somit nicht möglich. So werden die Nachrichten vorgelesen, wenn man den gesamten Seiteninhalt Elemente für Element durch Rechts-Swipe durchgeht, nicht jedoch, wenn man mit dem Finger über den Bildschirm fährt, um ein bestimmtes Element auszuwählen.
  • Google Currents ist der Inbegriff von Barriere-Unfreiheit, sowohl auf IOS wie auch auf Android. Mit Screen-Readern lässt sich diese Anwendung zu 95% nicht bedienen. Dies ist sehr schade, da Currents ansonsten ein sehr netter News-Reader wäre.
  • Google Maps liegt derzeit nur als iPhone App vor, funktioniert aber auch am iPad sehr gut. Die Bedienung mit VoiceOver funktioniert überraschend gut. Auch hier tritt vereinzelt das aus GMail bekannte Phänomen auf, dass einzelne Buttons etc. nur dann ausgewählt werden können, wenn man alle Elemente sequenziell durchläuft, nicht jedoch, wenn man sie direkt auswählen möchte. Alles in allem jedoch bereits ein guter Ansatz.
  • Als Lichtblick unter den Google IOS Apps in Hinblick auf die Gebrauchstauglichkeit für Menschen mit Behinderungen würde ich die neue YouTube App sehen, die dem Anschein nach durchgehende Nutzbarkeit mit VoiceOver erlaubt. Hier muss ich Google zu einer gelungenen Umsetzung gratulieren. Abgesehen von einigen unnötigen redundanten Textpassagen, die einem beim Durchgehen einer Videoliste teilweise den Nerv rauben, sind so ziemlich alle Aspekte der Anwendung mit VoiceOver nutzbar.

Google hat Apple gegenüber mit seinem offenen Ansatz den Vorteil, dass seine Anwendungen auf allen Plattformen laufen. Die Lernkurve bei einem Systemwechsel fällt für viele Nutzerinnen und Nutzer daher geringer aus, wenn sie sich auf Google-Anwendungen verlassen. Der Apple-Weg eines Glaspalastes, der nach aussen abgeschottet ist, und nur Anwendungen für sich selbst bereitstellt wird nur so lange funktionieren, solange Nutzerinnen und Nutzer mit jener Funktionalität zufrieden sind, die ihnen innerhalb des Glaspalastes zur Verfügung gestellt werden. Sobald diese Zufriedenheit nicht mehr gegeben ist, oder die Konkurrenz Produkte zur Verfügung stellt, die besser funktionieren, wird das Glashaus zusammenbrechen.

Ich persönlich habe mich mit iPad und MacBook derzeit für das Experiment Apple entschieden, da mir Apple momentan das für meine Gebrauchsmuster optimalere Gesamtkonzept bietet, würde jedoch keine Sekunde zögern, mich auf wieder für die Produkte eines anderen Herstellers zu entscheiden, wenn dieser mir eine optimalere Lösung bietet. Barrierefreiheit, lange Akku-Laufzeiten im mobilen Einsatz, sehr gute Bildschirme und ein rundum gelungenes flüssiges Feeling des User-Interface sind für mich die momentanen Argumente. Hätte Android in Hinblick auf Accessibility und Produktivität etwas mehr geboten, wäre ich vielleicht dort geblieben, aber das kann sich ja noch ändern.

Das schöne ist, ich bin Kunde, und kann darauf warten, was die Konkurrenz in der IT-Welt für Blüten hervorbringen wird.

Viele wird es sicher freuen, dass Apple nach seinem weltweiten Feldzug gegen Samsung und Co. wegen Kopieren des iPad Designs von einem Britischen Richter ein empfindlicher Dämpfer verpasst wurde. Wer aber, wie ich ein iPad besitzt, und daher für die Nutzung der Patente sozusagen Lizenzgebühren bezahlt hat, könnte das vielleicht etwas differenzierter sehen.

Die Diskussion hinsichtlich der Ausprägungen der juristischen Landschaft rund um die Idee der Patente ist nicht ganz so trivial abzuschließen. Einerseits vertrete ich den Standpunkt, dass Wissen für alle Menschen frei zugänglich sein sollte, andererseits verstehe ich jedoch auch, dass jemand aus einer Idee Profit ziehen möchte. Es muss sehr frustrierend sein, wenn man einen tollen Einfall hat, diesen dann, eventuell auch mit erheblichen Kosten, in die Praxis umsetzt, und kurze Zeit später hat jemand die Idee kopiert, verdient damit Geld und verkauft diese als die seine. Von dieser Warte betrachtet sind Apple’s Aktionen verständlich. Man hat Entwicklungsarbeit in iPhone, iPad und Co. gesteckt, und Firmen wie Samsung oder Asus versuchen an den Erfolg dieser Geräte anzuknüpfen, indem sie ähnlich aussehende Tablets und Smartphones bauen. Die Bedienung dieser Geräte ist zweifelsfrei eine ganz andere, läuft ja auch Android darauf.

Verhandelt wurde bei den jüngsten Streitigkeiten ja nur über das äußere Aussehen (flaches, schwarzes, rechteckiges Gerät mit einer Glasscheibe). Die Frage stellt sich, ob derart einfache Entwurfsmuster wirklich patentierbar sein sollten. Man könnte auf die Idee kommen, sich ein Patent für ein weißes Haus ausstellen zu lassen. Jeder oder jede der oder die sich nun ein Haus baut, und dieses weiß anstreicht, würde mir dann Patentgebühren zahlen müssen, ui fein.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Miesere recht einfach lösbar wäre. Komme ich mit etwas neuem auf den Markt (d.h. mit etwas, was vorher so noch nicht da gewesen ist), dann kann ich mir die Rechte auf diese Idee für einen bestimmten Zeitraum sichern. Die Zeitspanne, in der ich mir diese Idee “sperren” lassen kann, darf in unserer schnelllebigen Zeit aber nicht allzu lange sein (vielleicht zwei bis fünf Jahre). Der Clou dabei, ich muss diese Idee öffentlich zugänglich machen. Verwendet nun jemand meine Idee, so muss mir diese Person oder Organisation eine entsprechende Entschädigung (Lizenzgebühren) zahlen. Dies verschafft mir den Vorteil, dass ich mein Produkt billiger als andere anbieten kann, da ich selbst keine Lizenzgebühren zu zahlen habe. Fraglich an diesem System ist nur, ob es sich dann für Unternehmen rentiert, große Summen in Entwicklungsarbeit zu stecken, wenn das Wissen dann von Dritten legal gegen eine gewisse Gebühr verwendet werden kann. Gut, über Sinn und Unsinn diverser Patent- und Lizensierungsmodelle wird sicher noch länger zu debattieren sein.

Was nun aber in Großbritannien entschieden wurde, hebt die Debatte in neue Sphären. Es wurde nicht nur Apple’s Ansuchen abgewiesen, dass von Samsung produzierte Galaxy-Tab würde äußerlich wie das iPad aussehen, Apple wurde zudem dazu verpflichtet, öffentlich bekannt zu machen, dass das Galaxy-Tab kein Apple Produkt sei. Unter anderem soll Apple diesen Umstand für 6 Monate auf seiner Website bekanntmachen. Viele werden sich denken, dass hier der Schuss wohl etwas nach hinten losgegangen ist. Mag sein, aber die Entscheidung ist doch etwas merkwürdig. War doch die Aussage des Richters, das Galaxy Tab sei bei weitem nicht so cool wie das iPad. Vergleichbar ist diese Auflage mit der aus  der Presse üblichen Entgegnungen. Auch diese können für die klagende Partei oft zur Retourkutsche werden, wenn die Zeitung die Entgegnungen etsprechend garniert. Ich weiß nun ja nicht, wie die genauen Auflagen für die Publikation sind, Apple könnte jedoch einfach auf seiner Website verkünden: “Dies ist kein Apple Produkt, obwohl es so aussieht. Es ist aber bei weitem nicht so cool, dann cooles produzieren nur wir bei Apple”. Oder: “Original nur mit dem Apple Logo drauf” ;-) . Mal sehen was den kreativen Köpfen in Cupertino dazu so einfällt.

Weblinks:

AndroidPIT: Apple muss öffentlich eingestehen: Galaxy Tab keine iPad Kopie

 

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Da es für viele Android Tablets (Transformer, Transformer Prime, Thinkpad Tablet) Tastaturdocks gibt, bzw. oft einfach eine Bluetooth Tastatur gekoppelt werden kann, macht es durchaus Sinn, eine Entwicklungsumgebung für Apps direkt unter Abndroid anzubieten.
AIDE ist genau eine solche. Ich habe AIDE gerade auf meinem Thinkpad Tablet ausprobiert, und es funktioniert wunderbar.
Einfach ein neues Projekt angelegt, ein paar Änderungen am Code vorgenommen, und auf “run” getippt. Das apk file wird erzeugt, gleich installiert, und ist sofot nutzbar. Das Compilieren geht extrem flott.
Für eine Beta-Version funktioniert die App schon ganz gut. Wünschenswert wäre noch ein WYSIWYG Editor für die Layouts, das kommt aber sicher auch noch früher oder später. Endlich braucht man nicht mehr den Laptop mitzuschleppen, um an seiner App zu basteln, sehr fein.
AIDE ist dabei auch noch kompatibel zu ECLIPSE Projekten.
Damit hat mein Android wieder deutlich an Attraktivität gegenüber meinem iPad gewonnen. Dort ist an Entwicklung aufgrund der Abkapselung zwischen einzelnen Apps nur schwer zu Denken.

Nachdem Georg Holzer auf seinem Blog einen netten Artikel zum Thema erweiterte Kindle Nutzung publiziert hat, hier ein paar Überlegungen meinerseits zur Kindle-Nutzung.

Seit ich meinen Kindle habe, lungere ich wieder auf der Couch herum und lese dort. Mit der elektronischen Tinte hat man das Gefühl in einem Buch zu lesen. Größter Vorteil für mich, wenn ich müde bin, und die Augen schwer werden, kann man ganz leicht die Schriftgröße ändern – DAS geht mit einem Buch nicht.

Calibre es übrigens wirklich ein must-have, wenn man sich RSS Feeds abonieren will. So kann ich bequem am Frühstückstisch Blogs und Zeitungen lesen. Das Generieren der Kindle Files dauert jedoch auch auf meinem eigentlich sehr schnellen Desktop-PC seine Zeit. Immerhin müssen ja Abbilder ganzer Blogs erstellt, heruntergeladen, und in ein XML File gepackt werden. Auch wenn das ganze automatisch zu bestimmten Tages-Zeiten konfiguriert werden kann, so muss dafür doch ständig der PC laufen und Calibre gestartet sein. Daher werde ich dies demnächst auf einen Linux-Server auslagern, wo ein Calibre-Prozess läuft und meinen Kindle Account regelmäßig mit frischen Kindle-Files versorgt.

Eine große Schweinerei von Amazon ist jedoch der schlechte Support hinsichtlich Sprachsynthese. Nun gut, der Kindle 3 war offiziell nur auf Englisch erhältlich, hier lass ich mir noch einreden, dass es nur eine Englische Stimme gibt. Obwohl einige findige Leutchen auch hier eine Deutsche stimme (wie auch das Deutsche Nutzer-Interface) nachrüsten konnten. Anleitungen dazu finden sich im Netz.  Ein offizielles Nachrüsten durch Amazon wäre jedoch schon drinn gewesen. Da dieses Feature beim Kindle 4 überhaupt weggelassen zu sein worden scheint, überlege ich mir ernsthaft eine Schlichtung  nach dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz gegen Amazon einzuleiten, da hier eindeutig eine Diskriminierung von Personen mit Sehbehinderung vorliegt.

Der im Artikel angesprochene Rechtsstreit hinsichtlich Sprachsynthese bezog sich übrigens darauf, dass manche AutorInnen und Verlage der Meinung sind, dass die Ausgabe ihrer Werke über eine synthetische Stimme der Publikationsform eines Audiobooks gleichkommt. Hierfür könnten sie dann andere Preise verlangen. Wer sich jedoch schon einmal ein Buch mit Sprachsynthese vorlesen lassen hat weiss, dass dies absoluter Nonsense ist. Die künstliche Sprache versteht die Semantik des Textes nicht, womit jedes “Gefühl” verloren geht. Verschiedene Tonlagen (z.B. bei verschiedenen Personen) können ebenfalls nicht dargestellt werden.

In Sachen e-Books und Barrierefreiheit wird 2012 sicher noch ein lustiges Jahr werden, da sich die Verlage diesem Thema bewusst oder unbewusst bis heute nicht wirklich angenommen haben. Nach wie vor müssen an den Bibliotheken Printmedien aufwendig re-digitalisiert und aufbereitet werden, damit Personen mit Behinderungen sie rezipieren können. Für mich stellt sich hier die Frage, ob die Bibliotheken diese Kosten nicht eigentlich an die Verlage weitergeben sollten. Immerhin werden Druckwerke heute in der Regel ohnehin digital erzeugt und dank Kindle auch in entsprechender Form publiziert.

Lenovo Thinkpad Tablet

Vor ca 2 Monaten brachte Lenovo sein erstes Android Tablet mit dem innovativen Namen Thinkpad Tablet heraus. Während die Hardware-Spezifikationen denen anderer aktueller Android Tablets gleichen (Nvidia Tegra2 Chipsatz, 1GHz Dualcore CPU etc.) bietet dieses Tab auch einen aktiven Digitizer zur Stifteingabe und ein optionales Tastatur-Folio.

Als langjähriger zufriedener Thinkpad X Tablet User war ich natürlich sehr erfreut über diese Nachricht. Endlich ein leichtes Tablet, mit dem ich, wie bisher gewohnt, in Sitzungen per Stift mitschreiben kann.

Nun habe ich mein Tablet seit einigen Wochen. und blicke mit gemischten Gefühlen darauf.

20 Stunden Ladezeit sind “normal”.

Eigentlich ist die Möglichkeit, das Gerät über MicroUSB laden zu können eine feine Sache. Von Smartphones erwarten wir uns das mittlerweile (auch dank EU Richtlinie), bei Tablets werden nach wie vor oft eigene Stromstecker verbaut. Wie sich hier nun zeigt mit Grund, da USB leider nicht genug Energie liefert, um das Gerät gleichzeitig zu laden und zu nutzen. Zumindest bei diesem Gerät nicht, kann auch sein, dass Lenovo hier gepfuscht hat. Dieser Umstand muss Lenovo jedoch bekannt gewesen sein. Jedes Produkt wird vor der Auslieferung doch getestet (möchte man meinen). Der aus meiner Sicht einzige Weg zur Behebung dieses Problems wäre, dass Lenovo allen KäuferInnen einen Adapter zum Laden über den Dock-Port nachliefert, der das Gerät in angemessener Zeit lädt. Mit der, für ca. 60€ zuätzlich zu kaufenden Docking-Station funktioniert das laden nämlich prima. Hier kommt der Strom eben nicht über den MicroUSB Port, sondern den Lenovo eigenen Dock-Port, über den das Gerät angesteckt wird. Die Aussage des Lenovo Support gegenüber eines Thinkpad Tablet Slate Forum Users war jedoch: 20 Stunden Ladezeit seien bei diesem Gerät “normal”. Wird das Gerät nicht genutzt, reduziert sich die Ladezeit auf “nur” ca. 4-5 Stunden.

Hardware OK, Software ist BETA.

Auf Hardware-Seite gibt es wenig zu bekritteln. Das Tablet ist zwar ein wenig dicker und schwerer als seine Mitbewerber aber sehr schön verarbeitet. MicroUSB Stecker und Power Knopf sollte man jedoch etwas vorsichtig behandeln, da in den Support-Foren einige Fälle dokumentiert sind, bei denen diese lose wurden. Nachdem auch mein N900 sich damals seines microUSB Steckers entledigt hatte, bin ich hier jedoch übervorsichtig.

Beim derzeitigen Software-Stand kann das Gerät niemanden empfohlen werden, der / die nicht EntwicklerIn ist, mit Bugs leben kann und sich bei Problemen zu helfen weis. Als business Gerät, wie in der Werbung gepriesen, ist das Gerät sicher nicht geeignet.

Anfänglich betrug die Boot-Zeit bis zu 5 Minuten. Die, im Vergleich zu anderen Tablets mit ähnlicher Ausstattung sehr langsame Reaktionszeit wäre ja noch zu ertragen, wenn es nicht immer zu Software-Abstürzen kommen würde. Egal ob Browser, Market oder Google Maps – mitten in der Arbeit steht ein Hinweis, dass es “uns” leid tut, aber das aktuelle Programm abgesemmelt ist. Bei meinem Galaxy S2 gibt es derartige Vorkommnisse nicht.

Nach dem letzten Update hatte sich Lenovo auch schon ins nächste Fettnäpfchen gesetzt. Das lang ersehnte Firmware-Update wurde vor eineinhalb Wochen zunächst in den USA ausgerollt. Leider mit dem Erfolg, dass einige Geräte nach dem Update nicht mehr funktionsfähig waren. Wie sich herausstellte wurde bei diesem Update auch die Akku Firmware erneuert. Hatte man während des Updates das Gerät nicht mit der Ooriginal USB Kabel angesteckt, hatte es nach dem Update nicht mehr genug Saft um zu starten, und das Gerät hatte blöderweise den Akku “vergessen”. Das sind Fehler, die einfach nicht passieren dürfen. Lenovo zog das Update dann vorübergehend auch aus dem Verkehr, bot kurz darauf jedoch eine abgespeckte Version an, die Reibungslos installiert werden konnte. Seit diesem Update ist die Boot-Zeit von vormals 5 Minuten auf 30 Sekunden gesunken. Die allgemeine Performance konnte ebenfalls um einiges gesteigert werden.

Vor dem Kauf wurde mir seitens eines ubook Vertreters versichert, dass es für das Thinkpad Tablet auf jeden Fall ein Update auf Android 4.0 geben wird. Bis heute hat sich Lenovo – im Gegensatz zu anderen Herstellern – hierzu nicht geäußert. Die Firmen-Richtlinien sind sogar derart, dass auf Diskussionen die im Lenovo-Eigenen User Forum defakto überhaupt nicht geantwortet wird. Lenovo argumentiert, dies sei ein User helfen User Forum. Ein ähnliches Vorgehen konnte ich seinerzeit bei Nokia in Zusammenhang mit dem N900 beobachten. Man hatte eine, sehr aktive, EntwicklerInnen-Gemeinde, die gewillt war mit dem Unternehmen an Projekten zu arbeiten, Beta-Versionen zu testen etc. Dies wurde jedoch in keiner Weise genutzt. Updates oder ein Release-Plan wurden nicht vorher bekannt gegeben, und die User im Dunkeln gelassen. Das N900 ist bekannter Weise kurz darauf “gestorben”.

Lenovo hat mit seiner Vorgehensweise einige seiner treuen Kunden sehr unmutig gestimmt. Viele werden sich zukünftig überlegen, Thinkpad Geräte zu kaufen. Dummerweise sind gerade IT EntscheidungsträgerInnen in diesem Forum zu finden, die in ihren Unternehmen für den Ankauf ganzer Geräte-Flotten verantwortlich sind.

Handballen-Erkennung mangelhaft

Wer, wie ich schon seit vielen Jahren, ein Thinkpad X Tablet sein eigen nennt weiß, wie toll der Vacom Stift dieser Geräte funktioniert. Sobald der Stift in die Nähe des Bildschirms kommt, wird die Touch-Funktion deaktiviert, und nur der Stift ist für die Eingabe zuständig. Man möchte meinen, dass Lenovo diese langjährige Erfahrung auch auf seine Android-Tablets übernimmt. Falsch gedacht. Angeblich sollte das Gerät ebenfalls über eine Handballen-Erkennung verfügen, diese Funktioniert jedoch nur in bestimmten Apps, und auch dort nur bedingt. Ich hoffe jedoch, dass auch dieses Problem Softwaremäßig gelöst werden können wird.

Das Tastatur-Folio

Thinkpad Tablet Folie ausgebreitet hingelegt.Nach nur 6-wöchiger Wartezeit ist nun auch das Tastatur-Folio eingetroffen. Im Gegensatz zum Tastatur-Dock des ASUS Transformer, dass mit eigenem Akku und zusätzlichen Anschlüssen daherkommt, ist das Lenovo-Folio eine wacklige Geschichte. Von aussen sieht es wie eine Leder-Aktenmappe aus. Klappt man es auf, kann auf der einen Seite das Tablet über den USB Port angesteckt werden. Hier haben Lenovo Produkt-Designer wirklich mitgedacht, denn der für das Tablet als Verkaufsschlager angepriesene echte USB Port ist damit verbaut. Man hätte ja auch in das Folie einen Hub einbauen können, und auf der Seite einen USB-Port anbringen, aber daran scheint man nicht gedacht zu haben, wäre ja eine Innovation sowas.

Thinkpad Tablet Folie aufgestelltEinmal aufgestellt lässt sich mit dem Folie ober wirklich gut tippen. Hier kann man sich auf eine Thinkpad Tastatur freuen, wenn auch nicht ganz gleich der Qualität richtiger Thinkpad Tastaturen, so ist sie doch qualitativ in Ordnung. Der optische Trackpoint ist jedoch keine gelungene Innovation. Ja er funktioniert, und schön, man hat damit in das kleine Dock einen Mouse-Ersatz eingebaut, aber wie. Man stelle sich ein 2cm Touchpad vor – voilla. Nichts anderes ist dieser nämlich. Argumentiert wird diese Entscheidung Seitens Lenovo wegen des geringen Platzes. Ein echter Trackpoint wäre nämlich anscheinend zu hoch geworden. Meine meinung – nonsence. ICH WILL MEINEN ECHTEN TRACKPOINT! Beim Arbeiten resultiert das nun darin, dass ich den optischen Trackpoint so gut wie nie verwende, sondern lieber auf den Screen tippe. Nun gut, steckt man eben eine Maus dazu… Auchja, der USB-Port ist ja verbaut – *nirg*. Ich werde es einmal mit einer Bluetoth Maus versuchen. Akku-Mäßig fällt das Dock dank USB Anbindung nicht wirklich ins Gewicht.

Thinkpad Tablet Folie kann nicht in der Hand gehalten werdenAuf einer Fläche wie dem Schreibtisch, einem Küchentisch oder ein kleines Tischchen im Zug steht das Folio wunderbar. Die Magnethalterung sorgt für guten Halt des Tablets an der Tastatur. Nur wehe dem, der das Folie mit eingestecktem Tablet in eine Hand nehmen, und durch die Gegend wandern möchte, oder sich gar irgendwo in die Ecke setzen will und keine fixe Unterlage zur Verfügung steht. Hier war nämlich ebenfalls ein kreativer Lenovo-Designer am Werk. Der hintere Teil der Unterseite ist nämlich keine stabile Fläche, und biegt sich nach unten, wenn sie auf keinem festen Untergrund steht. Ist man unachtsam, kann es passieren, dass die Magneten der Tablet-Halterung nachgeben, und das Tablet Kopfüber nach unten hängt. Es sollte zwar nicht aus der Verankerung fallen, aber wenn es blöd kommt, könnte auch das passieren. Zwar sollte das Thinkpad Tablet einen Sturz aushalten – es gibt dazu ein nettes Stresstest-Video, doch ausprobieren möchte ich dies lieber nicht.

Fazit

Trotz all der Mängel möchte ich mein Tablet momentan nicht gegen ein anderes Gerät tauschen, da es prinzipiell all meine Anforderungen erfüllt. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten sind die meisten zur Zeit aufscheinenden Probleme Software-Technischer Natur. Ich hoffe, Lenovo wird hier noch gründlich nachbessern. Mit dem ersten Update, dass ich erleben durfte, wurden schon die lange Boot-Zeit, Performance und einige andere Kleinigkeiten massiv verbessert. Ich habe mir jedoch von Anfang an keine Illusionen gemacht, dass es meinen Thinkpad-Convertable auf Reisen vollständig ersetzen wird. Massiv entteuscht bin ich von Lenovo dahingehend, dass man ein halb-fertiges Gerät als BUSINESS Maschine auf den Markt geworfen hat, beim Design anscheinend alles über Board geworfen hat, was man von IBM mitbekommen hat, und die Kunden großteils nun im Regen stehen lässt. Würde das bald erscheinend ASUS Transformer Prime einen aktiven Digitizer sein eigen nennen, würde ich keine 10 Minuten nachdenken, wo meine nächste Investition landen wird. Nachdem Android 4.0 nun auch eine Unterstützung für Stifteingabe enthält, bin ich guter Hoffnung, dass uns im Laufe des nächsten Jahres noch einige derartige Geräte angeboten werden.